Inspiration – Wortlichter https://wortlichter.com Literatur. Lesen. Schreiben. Tue, 25 Sep 2018 09:26:44 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.8 /i2.wp.com/wortlichter.com/wp-content/uploads/2017/08/cropped-20750705_1387240721365761_1860346035_n.jpg?fit=32%2C32&ssl=1 Inspiration – Wortlichter https://wortlichter.com 32 32 114456990 Leute- Lest mal wieder Lyrik https://wortlichter.com/leute-lest-mal-wieder-lyrik https://wortlichter.com/leute-lest-mal-wieder-lyrik#respond Sun, 06 May 2018 20:11:14 +0000 https://wortlichter.com/?p=823 Lyrik ist Literatur und Kunst In der Lyrik verschwimmen für mich die Grenzen von Literatur und Kunst. Und obwohl (oder gerade weil) der Beruf des Dichters nicht unbedingt zu den einkommensstarken Berufen zählt, findet man hier richtig viele Menschen, die ihr Herzblut in das Dichten stecken und für die es mehr eine tatsächliche Berufung scheint. …

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Lyrik ist Literatur und Kunst

In der Lyrik verschwimmen für mich die Grenzen von Literatur und Kunst. Und obwohl (oder gerade weil) der Beruf des Dichters nicht unbedingt zu den einkommensstarken Berufen zählt, findet man hier richtig viele Menschen, die ihr Herzblut in das Dichten stecken und für die es mehr eine tatsächliche Berufung scheint.

Leider hat die Lyrik einen schlechten Stand in Deutschland. Wer liest heute überhaupt noch Gedichte? Heute kann man ja schon froh sein, wenn die Menschen überhaupt ein Buch in die Hand nehmen.

Es gibt mehr Menschen, die Gedichte schreiben, als lesen

Da ich selbst auch Gedichte schreibe, mache ich mir natürlich viele Gedanken darüber. Viele Gedankenanstöße bekam ich beim Lesen des Buches “Lyrik schreiben und veröffentlichen” von Martina Weber. Dort heißt es, dass es mehr Leute gibt, welche Lyrik schreiben, als Leute die Lyrik lesen. Ist das so? Umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr glaube ich, dass das stimmt. Das Schreiben von Lyrik ist ein Bedürfnis was bei mir tief aus der Seele kommt. Das Lesen eher weniger. Ich kann überleben, ohne Lyrik zu lesen, aber nicht ohne sie zu schreiben.

Ich lese natürlich trotzdem viel Lyrik. Gedichte können aufregend und anregend sein. Je nach Stimmung lese ich gerne unterschiedliche Arten von Gedichten. So für zwischendurch, lese ich gerne englische Poesie. Wenn ich in Nostalgie schwelge, dann gerne Gedichte aus der Romantik, wie Novalis. Oder wenn ich richtig Lust darauf habe, etwas Anregendes zu lesen, dann greife ich zu moderner Lyrik, wie Kate Tempest, zum Expressionismus oder zu der eher fordernden deutschen Lyrik. Gerne wage ich auch Experimente mich auf etwas Neues einzulassen.

Lyrik ist nicht eingestaubt, sondern lebendig und spannend

Aus der Lektüre von Gedichten, kann ich oft viel mehr nehmen, als aus dem Lesen einer Geschichte.

Lyrik hallt in meinem Kopf und meiner Seele wieder. Lyrik macht lebendig und erweckt den eigenen Tatendrang zu Schreiben und zu Leben.

Oft lese ich einen Gedichtband nicht am Stück weg, aber dafür greife ich immer wieder zum Buch. Lese immer wieder die selben Gedichte und entdecke immer wieder neue Facetten. Das macht die Lyrik unheimlich spannend für mich.

Was ist mit der modernen deutschen Lyrik los?

Ich stöbere auf Amazon nach Titeln und hangele mich von einem Verweis zum Nächsten. Was auffällt: Die deutsche Lyrik scheint nicht sehr stark besprochen zu werden. Liest das überhaupt jemand? Dann dort, eine Rezension. Eine 1-Sterne Bewertung für einen jungen ambitionierten Poeten. Ein einziger Stern, nicht mehr und nicht weniger. Ein heftiger Verriss. Ich bin neugierig- wie schlecht kann es schon sein? Ich lese Gedichte aus diesem Buch und mir wird klar- hier spricht wohl nicht die Literaturkritik sondern die Eifersucht.

Oder es liegt doch ganz einfach am Geschmack? Die Gedichte in diesem Buch wären zu gewollt, zu modern. Und überhaupt. Ich grinse. Und das Ganze ist gemessen an was? Und was bedeutet überhaupt dieses “zu gewollt”? Der Autor hat sich zu viel Mühe gegeben? Sein Gedicht ist konstruiert- so wie fast jedes andere Gedicht auch?

Ich recherchiere weiter. Der Autor setzt sich für die Wahrnehmung der Lyrik in Deutschland ein und organisiert ständig Austausch. Und bei so vielen Kontakten und Austausch hat sich noch niemand dazu entschlossen sein Buch zu rezensieren? Ich meine: Entschuldigung. Wie konnte das passieren? Ist das diese Neidkultur? Warum unterstützt man sich nicht gegenseitig? Ich meine damit nicht, dass man Loblieder auf Kollegen singen sollte, dessen Werke man liest. Man kann das ganze natürlich trotzdem differenziert und vielstimmig betrachten. Aber eine einzige 1-Sterne Rezension? Come on.

Eine Krise durch veraltete hohe Ansprüche?

Hin und wieder findet man auch hoch philosophische Diskussionen zum Thema Lyrik und darüber, an was sie gemessen wird.

Die moderne Lyrik ist frei- künstlerisch unabhängig jeglicher Begrenzungen. Dachte ich. Das scheint aber bei manchen Menschen noch nicht angekommen zu sein. Und noch immer findet man manchmal Stimmen wie: „Es reimt sich gar nicht richtig!”.

An was wird die Dichtkunst gemessen? An Reimschemen und der Beachtung von stilistischen Mitteln? Ich dachte die Zeit, wo man sich penibel an solche Vorgaben halten musste, ist schon seit über 100 Jahren vorbei.

Wird also Lyrik an bekannten anderen Lyrikern gemessen? Dann ist das Ganze doch ziemlich eintönig, wenn wir die Leistung von dem Zukünftigen anhand dessen bewerten, was bereits etabliert ist. Dann gibt es doch keine Luft für Weiterentwicklung. Und geht es nicht genau darum? Die Poesie ist für mich in der Literatur das spannendste Feld, weil sie so unglaublich vielseitig und innovativ ist.

Lyrik hat einen sehr persönlichen Zugang

Ist es bei all den verschiedenen Themen, Ausdrucksformen und Vorlieben nicht ein sehr individuelles Thema an was Lyrik bewertet wird? Ist es dann nicht ein ganz persönlicher Zugang, den jeder Einzelne hat? Ich denke dass genau das es ist, was uns vom Lesen von Gedichten abhält. Es wird alles verkompliziert. Bereits in der Schule wird uns die Lust auf das freie Lesen genommen. Dabei ist Lyrik überhaupt nicht schwer oder kompliziert- im Gegenteil.

Für mich ist es das Einfachste am Lesen überhaupt, weil man einfach seine Seele von den Worten tragen lassen kann.

Da scheint man im englischen Bereich bereits viel weiter zu sein und auch die Wahrnehmung von Poesie im öffentlichen Bereich ist scheinbar eine Andere. Da brauch man keine Erlaubnis um Dichter zu sein und kann auch einfach schreiben, was aus dem Herzen kommt, ohne viele Gedanken an Reime und Stil zu verschwenden. In der neuen Instagram-Poesie am englischen Markt geht das alles.

Kein Richtig und kein Falsch in der Kunst

Hier scheint man irgendwie festzustecken in diesen alten Denkmustern von Eliten, Stilistik und Lyrikern, denen man nacheifern sollte. Doch die heutige Generation wird keinen neuen Celan hervorbringen. Genauso wenig wie dessen Generation einen neuen Schiller hervorgebracht hätte. Denn jede Generation hat ihre ganz eigene Geschichte, ihren eigenen Zugang, ihre eigenen Lebensrealitäten. Denn dabei wird schnell vergessen, dass sich die Zeiten ändern, dass Lyrik einem ständigen Wandel unterworfen ist und dass es kein Richtig und Falsch in der Kunst gibt.

Und irgendwie ist es doch schade, dass gerade in Deutschland, die Dichtkunst derzeit einen solch schlechten Stand hat. Denn was ist geworden aus dem Land der Dichter und Denker? Ich glaube dass wir uns in unserem eigenen hohen Anspruch verloren haben.

Es muss nicht immer alles perfekt sein.

—-> Lest doch mal wieder Lyrik.

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Indiebookday: 3 Verlage und Bücher aus Österreich https://wortlichter.com/indiebookday-3-verlage-und-buecher-aus-oesterreich https://wortlichter.com/indiebookday-3-verlage-und-buecher-aus-oesterreich#comments Sat, 24 Mar 2018 15:28:42 +0000 https://wortlichter.com/?p=782 Meine Lieben, heute ist Indiebookday! Anstatt euch ein spezielles Buch vorzustellen, möchte ich euch gerne meine drei liebsten unabhängigen Verlage aus Österreich vorstellen. Denn ich denke, da besonders die deutschen Verlage ihre Aufmerksamkeit bekommen, sollte nicht vergessen werden, dass auch Österreich oder die Schweiz einige interessante Verlage zu bieten haben. Ich habe mir dazu jeweils …

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Meine Lieben, heute ist Indiebookday!

Anstatt euch ein spezielles Buch vorzustellen, möchte ich euch gerne meine drei liebsten unabhängigen Verlage aus Österreich vorstellen. Denn ich denke, da besonders die deutschen Verlage ihre Aufmerksamkeit bekommen, sollte nicht vergessen werden, dass auch Österreich oder die Schweiz einige interessante Verlage zu bieten haben.
Ich habe mir dazu jeweils ein Buch als Stellvertreter des Verlagsprogramm ausgesucht und stelle euch kurz meine Auswahl vor.

Alle drei vorgestellten Bücher, gehören zur weiblichen Zwischenkriegszeit-Literatur. Die österreichischen Verlage sind echt stark auf diesem Gebiet und Österreich hat so einige wundervolle und fast vergessene Autorinnen aus dieser Zeit zu bieten. Ich finde, diese starken und vergessenen Frauenstimmen sollten gehört werden.

Edition Atelier

mit Else Feldmann- Travestie der Liebe (Erzählungen)

Hallo, ich möchte bitte einmal das komplette Verlagsprogramm- zum Mitnehmen! Der Verlag Edition Atelier ist einer der wenigen Verlage, wo ich wirklich fast alle Bücher lesen würde. Denn ich weiß, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit meinen Geschmack treffen. Leider habe ich dafür viel zu wenig Zeit.

Else Feldmann schreibt in Travestie der Liebe kurze Erzählungen über den Alltag, hat dabei jedoch eine ausgeprägte Beobachtungsgabe. Sie beschreibt das Leben in der Großstadt aus dem Wien der 1920er und erzählt von den hellen und dunklen Seiten der Stadt. Ihr Sujet sind die einfachen Bürger, in ihrem Leben zwischen Elend, Sehnsucht und Hoffnung.

Else Feldmann lebte von 1884 bis 1942 und starb in einem polnischen Vernichtungslager. 1934 wurde ihr gesamtes Werk vom Nationalsozialismus verboten und vernichtet.

Travestie der Liebe ist in der Edition Wiener Literaturen erschienen.

Lieber Lust auf etwas Aktuelles von Edition Atelier? Hier findet ihr meine Rezension zu Reibungsverluste von Mascha Dabić.

Links: Verlag und Amazon*

DvB- Das vergessene Buch

mit Maria Lazar- Die Eingeborenen von Maria Blut (Roman)

Mein absoluter Lieblings-Geheimtipp. Der Verlag “Das vergessene Buch”, hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Bücher neu zu entdecken. Das besondere dabei: Es handelt sich dabei um vergessene Literatur, vor allem aus der Zwischenkriegszeit. Alle Bücher wurden von Frauen geschrieben und dann durch den zweiten Weltkrieg verbannt und vergessen.

Meine Lieblingsschriftstellerin aus dieser Zeit ist Maria Lazar. Sie hat wirklich eine ganz besondere Art zu schreiben und nicht nur eine scharfe Schreibfeder, sondern auch einen scharfen Verstand. So schreibt Sie in ihrem Roman: Die Eingeborenen von Maria Blut- einen Widerstandsroman, der seines Gleichen sucht.

Man kann kaum glauben, dass die erste Fassung bereits 1935 publiziert wurde (und sie muss ja bereits vorher daran geschrieben haben). Ich habe selten ein Buch gelesen, was so dermaßen gut konstruiert war. Es enthält  lauter Anspielungen, eine ganz starker Symbolik und erschreckende Beobachtungen der menschlichen Psyche. Und leider ist das Buch so aktuell wie nie.

Wer also einen scharfsinnigen literarischen Roman darüber lesen möchte, wie es dazu kommen konnte, dass sich der Fachismus in die Herzen der Menschen eingeschlichen hat, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Dazu ist Maria Lazars scharf durchdachter und satirischer Schreibstil bereits alleine einen Blick wert.

Links: Verlag und Amazon*

 

Literaturverlag Droschl

mit Mela Hartwig- Das Verbrechen (Novellen und Erzählungen)

Mela Hartwig war ihrer Zeit weit voraus. In ihren Novellen und Erzählungen, welche alle zwischen 1928 und 1945 erschienen sind, geht es um sehr kritische Themen, wie Konsumkultur, schlechte Arbeitsverhältnisse, Sexualität, Antisemitismus und vielem mehr.

Zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit macht sie einen literarischen Spagat und verbindet diese beiden Epochen in kunstvoller Literatur mit außergewöhnlich kraftvollen Frauenfiguren.

Der Droschl Verlag verlegt auch moderne Literatur. Hier findet ihr zb. meine Rezension zu Traurige Freiheit von Friederike Gösweiner.

Links: Verlag und Amazon*

 

 

*enthält Afiliate Links

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Frühling 2018- meine Favoriten https://wortlichter.com/fruehling-2018-meine-favoriten https://wortlichter.com/fruehling-2018-meine-favoriten#comments Thu, 15 Feb 2018 12:28:06 +0000 https://wortlichter.com/?p=739 Ich liebe es durch die Verlagsvorschauen zu blättern und die Neuerscheinungen zu entdecken, auch wenn ich diese dann natürlich nicht alle lesen kann. Eigentlich lese ich sogar sehr wenig Neuerscheinungen, weshalb am Ende nicht alle der gezeigten Bücher auch auf meiner Leseliste stehen. Aber ich mag es sehr die Literaturlandschaft zu entdecken und irgendwie ist …

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Ich liebe es durch die Verlagsvorschauen zu blättern und die Neuerscheinungen zu entdecken, auch wenn ich diese dann natürlich nicht alle lesen kann. Eigentlich lese ich sogar sehr wenig Neuerscheinungen, weshalb am Ende nicht alle der gezeigten Bücher auch auf meiner Leseliste stehen. Aber ich mag es sehr die Literaturlandschaft zu entdecken und irgendwie ist es ja auch kaum Möglich, einen wirklichen Überblick zu haben, mit der großen Anzahl an Neuerscheinungen jedes Jahr, so dass man trotzdem ständig wieder neue interessante Bücher entdeckt.

Ich habe das Gefühl, dass neuerdings wieder mehr Frauen publiziert werden und auch weibliche Themen und Sichtweisen mehr in den Fokus rücken. Ich finde das ist eine wunderschöne Entwicklung.

Frauenpower:

“Ein anderes Brooklyn” von Jaqueline Woodson habe ich bereits auf Englisch gelesen und ich kann meine Empfehlung dazu aussprechen. Wir machen eine Reise ins Brooklyn der 70er Jahre und erfahren wie die vier Freundinnen in einer nicht so angenehmen Nachbarschaft gelebt haben und aufgewachsen sind. Das ganze passiert als Erinnerung und ist einem schönen einfachen und doch poetischen Schreibstil verfasst.

“Revolution im Bauch, Sehnsucht im Blut, Hunger im Herzen – ein Roman wie ein Feuerwerk”, so lautet der Klappentext zu Maryam Majidis Roman “Du springst, Ich falle“. Allein diese Beschreibung macht schon Lust auf die Lektüre. Das Buch hat bereits den Prix Goncourt in der Kategorie Debüt gewonnen, welcher der wohl bekannteste französische Literarturpreis ist. Die Autorin schreibt hier einen poetischen Roman über ihre Identität und der Suche nach ihren Wurzeln zwischen Iran und Frankreich.

In “Nichts, was uns passiert“, geht es um ein brandaktuelles Thema: Eine Frau wird vergewaltigt und es steht Aussage gegen Aussage. Ihr wird vorgeworfen zu lügen und der Roman zeigt, was dies mit einer jungen Frau und ihrem Umfeld macht. Hochbrisant und topaktuell durch #meetoo

Ein interessantes Gedankenexperiment wagt Naomi Alderman in “Die Gabe“. Plötzlich verfügen alle Frauen auf der Welt über die “Gabe”, welche jeder Frau die Fähigkeit gibt, elektrische Stromstöße abschicken zu können. Wie würde unsere Welt wohl aussehen, wenn plötzlich Frauen mächtiger sind als Männer und sich das Machtgefälle umkehrt?

Außergewöhnliche Themen:

Als nächstes habe ich mir ein paar Bücher ausgesucht, welche eher ungewöhnliche Themen behandeln.

Da wäre Khaled Khalifa, ein syrischer Autor, der auch weiterhin in Syrien lebt und eine direkte Stimme aus dem Bürgerkriegsland ist. Während die meisten Autoren im Exil leben und schreiben, bleibt er auch weiterhin vor Ort. “Der Tod ist ein mühseliges Geschäft” ist, auch wenn das Wort den Umständen her etwas seltsam anmuten mag, ein Roadtrip durch das Bürgerkriegsland. Es erzählt vom heiklen Unterfangen, die Leiche des verstorbenen Vaters an seinen Heimatort zu bringen.

Anja Kampmann schreibt in ihrem Buch “Wie hoch die Wasser steigen” von einem Arbeiter auf einer Öl-Bohrinsel. Das ist doch mal eine interessante Herangehensweise und ein eine seltene Ausgangslage. Frau Hemigway hat das Buch schon gelesen und findet es zwar wenig aufregend, aber wunderschön lyrisch geschrieben. Na wenn das keine Kandidatin für den Buchpreis ist.

Linda Boström Knausgard war, man ahnt es schon, mit dem Herrn Knausgard liiert und auch wenn ich der Meinung bin, dass man das nicht erwähnen muss, da Frau Knausgard auch ohne ihren Ex-Mann eine tolle Schriftstellerin ist, ist doch irgendwie der Gegensatz zwischen den jeweiligen Büchern interessant. Während ihr Ehemaliger auf tausenden Seiten sein Privatleben seziert, hat dieses Buch nicht einmal 200 Seiten und handelt vom Schweigen. Ein seltenes literarisches Thema und ich bezweifle, dass diese Themenwahl zufällig ist. Mit Herrn Knausgard werde ich sicherlich nicht mehr warm, aber Linda Boström Knausgard hat für mich mit “Willkommen in Amerika“, das viel interessantere Buch geschrieben.

Seit ich den Film “Drive” mit Ryan Gossling gesehen habe, habe ich ein gewisses Interesse für das Thema Modern Noir entwickelt. Deshalb bin ich sehr gespannt auf die Anthologie “Berlin Noir” aus dem CulturBooks Verlag. Es ist bereits das zweite Buch aus der Reihe, denn “Paris Noir” ist auch schon erschienen.

 

Schriftsteller und Schreiben:

Ich liebe Bücher über Schriftsteller oder das Schreiben an sich. Ich kann gar nicht genug davon bekommen. Neu unter meiner Beobachtung ist natürlich: “Jack” von Anthony McCarten. Das Buch handelt natürlich von Jack Kerouac und seine Biographin. Hier hatte ich euch bereits geschrieben, weshalb Jack Kerouac mein Lieblingsschriftsteller ist.

“Zur Kunst des Schreibens” heißt eine neue Reihe beim Droschl Verlag und gibt den Auftakt mit “Alles muss man selber machen” mit Gedanken von Daniela Strigl über das Schreiben und den Literaturbertrieb. Ich könnte ja ständig solche Bücher lesen. Ich bin gespannt wie diese neue Reihe gemacht ist und ob es sich lohnt, sie weiter zu verfolgen.

Dann noch eine englische Neuerscheinung: Alexander Chee schreibt Essays über das autobiographische Schreiben. Ich bin schon länger auf der Suche nach einem richtig guten Buch zum autobiographischen Schreiben. Derzeit schreibe ich nämlich nur fiktive Geschichten, aber ich würde gerne einmal versuchen eine Mischung aus Fiktion und autobiographischen Schreiben zu probieren. Ich denke nämlich, dass ich als Sozialarbeiterin viel zu erzählen hätte.

Auch literarische Briefwechsel sind immer besonders anregend. In dem Briefwechsel “Besitzlose Liebe” schreibt der viel ältere Rilke mit der 18 Jährigen Erika Mitterer. Erika war auch Dichterin und schickte Rilke ihre Werke und tauschte sich mit ihm aus. Sogar Stefan Zweig lobte ihre Gedichte. Ich bin gespannt wie eine Frau zu dieser Zeit die Dichtkunst sah und wie sie sie ausüben konnte.

 

Was sind eure Highlights im Frühling? Habt ihr auch eines der Bücher auf eurer Liste?

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Literarische Vorbilder: Sylvia Plath und Jack Kerouac https://wortlichter.com/literarische-vorbilder-sylvia-plath-und-jack-kerouac https://wortlichter.com/literarische-vorbilder-sylvia-plath-und-jack-kerouac#comments Sun, 04 Feb 2018 13:13:12 +0000 https://wortlichter.com/?p=725 In letzter Zeit habe ich nicht wirklich abwechslungsreich gelesen. Ich habe schon seit einigen Monaten, keine Neuerscheinungen oder Ähnliches gelesen. Stattdessen habe ich mich ausführlich der Lektüre von meinen beiden Lieblingsschriftstellern gewidmet: Jack Kerouac und Sylvia Plath. Außerdem schreibe ich Selbst viel. Man könnte meinen, dass ich nichts anderes mehr lese und eine gewisse Obzession …

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In letzter Zeit habe ich nicht wirklich abwechslungsreich gelesen. Ich habe schon seit einigen Monaten, keine Neuerscheinungen oder Ähnliches gelesen. Stattdessen habe ich mich ausführlich der Lektüre von meinen beiden Lieblingsschriftstellern gewidmet: Jack Kerouac und Sylvia Plath. Außerdem schreibe ich Selbst viel.

Man könnte meinen, dass ich nichts anderes mehr lese und eine gewisse Obzession entwickelt habe. Aber doch, ich lese auch noch andere Sachen: zum Beispiel Ted Hughes, Sylvia Plaths Ehemann. Haha.

Man sieht also, dass meine Liebe zu der amerikanischen Literatur der 50er und 60er Jahre, speziell der Beat-Generation und Sylvia Plath ungebrochen ist. Das liegt daran, dass ich diese wundervolle Literatur selbst erst 2017 entdeckt habe und mich freue sie Stück für Stück zu entdecken. Zum Anderen weil ich es nie gedacht hatte, dass wieder ein Schriftsteller oder eine Schriftstellerin mich so sehr berühren und inspirieren könnte, wie diese Beiden. Ich hatte es überhaupt nicht für möglich gehalten, dass ich jemals einen Lieblingsschriftsteller haben werde. Früher habe ich selten mehr als ein Buch vom selben Autor gelesen. Ich fand es toll, besonders vielseitige Sichtweisen und Bücher kennenzulernen. Das bedeutete für mich auch so viele verschiedene Autoren wie möglich zu lesen. Doch bei Sylvia Plath und Jack Kerouac ist das anders. Sie lassen mich nicht los, weil sie Selbst so unheimlich vielseitig sind.

Zwei wundervolle komplexe und talentierte Schriftsteller

Wahrscheinlich bin ich Selbst vom Charakter her so eine Art Mischung aus Sylvia Plath und Jack Kerouac. Sylvia komplexer schwieriger Charakter, ihre Reflexion, ihr Nachsinnen und ihre Ehrlichkeit haben mich auf einer sehr persönlichen Ebene getroffen. Dabei habe ich immer gedacht, Sylvia Plath wäre nichts für mich, weil es vielleicht zu düster oder depressiv ist. Aber ganz im Gegenteil. Nie hat mich eine Lektüre so motiviert und so optimistisch in die Zukunft blicken lassen, wie Sylvia Plaths. Auch wenn sich das angesichts ihres frühen Ablebens vielleicht etwas seltsam anhört. Aber ich bin der Meinung, dass sie zu tiefst missverstanden wurde und daraus auch ihre Probleme mit sich Selbst resultierten. Denn Sylvias Charakter ist nicht nur schwarz und weiß, sondern so komplex und verwoben, dass es mir einfach Spaß macht, all ihre Seiten, Gedanken und ihre Kreativität zu entdecken. Die Art wie sie schreibt und beobachtet, ist einfach faszinierend. Und am Ende ist sie gefangen, im Frauenbild ihrer Zeit, in ihren eigenen komplexen Gedanken, in ihrer eigenen auferlegten Isolation und in ihrer Glasglocke aus Depressionen.

Und dann Herr Kerouac: der Meister der Freiheit. Gegensatzprogramm zu Sylvia Plath, ständig unterwegs, ständig unter Strom, doch nicht weniger rastlos in der Seele, als Sylvia. Ebenfalls eine Beobachtungsgabe und eine Ehrlichkeit, die seines Gleichen sucht. Er braucht nicht lange suchen, um Stoff für seine Bücher zu finden. Sein eigenes Leben bietet Vorlagen genug. Und doch geht es bei Kerouac nicht nur um das Unterwegs sein, sondern ich lese in seinen Büchern, eine tiefe Verbundenheit zum Leben und zur Welt.  Eine unbändige Lebenserfahrung und am Ende wahrscheinlich auch ein Lebensüberdruss. Seine besten Zeiten, waren seine Zeiten, wo er unbekannt und ruhelos durch das Land zog und einfach das tat was er am besten konnte: Schreiben. Der Ruhm später, tat ihm nicht gut. Er hatte eine wundervolle intelligente Seele, die leuchtete. Und er leuchtete so stark, dass alle in seinem Umfeld von seiner Energie mitgezogen wurden.

Von “On the Road” einmal quer durch die Beat Generation

Ich habe als Erstes “On the Road” gelesen, von Kerouac, es bot den Anstoß für alles Folgende und es war so wundervoll. Nicht nur wegen Kerouacs Wanderlust, was mich fazinierte war vielmehr all das zwischen den Zeilen. Sein Eifer, seine Energie und seine Hingabe an das Leben und das Schreiben. Die Suche nach Spiritualität und keine Angst vor neuen Lebenserfahrungen.

Er hatte eine Vision vom Leben und Schreiben, die er beständig verfolgte und die ihm am Ende erfolgreicher machte, als er es sich Selbst ausgemalt hat. Seinen Briefwechsel mit Ginsberg, finde ich besonders motivierend. Danach habe ich Gingsbergs “History of the Beat Generation” gelesen, in der er klarstellt, was man auch in den Büchern merkt, viele aber wohl gerne übersehen: Die Beats waren keine politische oder kulturelle Bewegung. Es ging auch nicht generell um das hemmungslose Unterwegssein. Es war eine künstlerisch spirituelle Ausdrucksform. Die spätere Politisierung und Verdrehung in eine Art Vorläufer der Hippie Bewegung machte besonders Kerouac zu schaffen.

Und auf der Leinwand

Außerdem habe ich mir natürlich die Verfilmung von On The Road angesehen und muss sagen, dass sie leider eher mittelmäßig gelungen ist. Sie war mir zu sehr als Road-Movie gestaltet und viele der Gedanken von Kerouac sind verloren gegangen. Dann habe ich mir noch den Film: Kill Your Darlings angeschaut, was die Verfilmung von den Buch “Und die Nilpferde kochten in ihren Becken” von Kerouac und Burroughs ist. Ich muss sagen, dass die Titelwahl des Filmes fast besser ist, als die des Orginal-Buches, aber das ist wohl Burroughs und Kerouacs Sinn für Selbstironie.

Besonders die schauspielerische Leistung von Daniel Radcliffe und Dane Dehaan, als Allen Ginsberg und Lucien Carr, ist beeindruckend. Das hatte ich nach der mittelmäßigen Leistung von On The Road, nicht erwartet. Auch die Poesie ist in diesem Film meiner Meinung nach besser eingebaut und durch Schnitt und Kameraführung entsteht eine sehr dichte Atmosphäre. Auch Kerouac ist in diesem Film meiner Meinung nach, besser getroffen, auch wenn er nur ein paar kurze Auftritte hat und es sich mehr um die Beziehung zwischen Ginsberg und Carr handelt. Den Film kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen und er zählt zu meinen Filmhighlights.

Die weibliche Perspektive

Aber irgendwie habe ich bei den Beats dann doch die weibliche Perspektive vermisst. Bei Sylvia Plath kann man sehr gut erkennen, wie das Frauenbild zu dieser Zeit aussah. Und um auch auf die Beats zurückzukommen, habe ich noch das Buch “Minor Characters” auf meiner Leseliste, was mir noch bevorsteht. Es wurde von Joyce Johnson geschrieben, die zwei Jahre lang mit Jack Kerouac zusammen war. Denn auch in den Beats, waren die Frauen sehr aktiv beim Schreiben, hatten aber meist keine Chance eine tragende Rolle einzunehmen und blieben im Schatten von Kerouac, Gingsberg, und Co. Minor Characters- Nebencharaktere.

Bei Sylvia Plath hat alles mit ihrem Roman “Die Glasglocke” angefangen, bei dem ich erst etwas skeptisch war, aber dann doch sehr überrascht über ihren Schreibstil und ihre Wirkung auf mich, die wie bereits erwähnt, bei mir überhaupt keine depressiven Gedanken auslöste. Anhand der anderen Rezensionen sieht man jedoch, dass die meisten anderen Menschen ihren Schreibstil meist als düster oder negativ wahrnehmen. Danach habe ich noch ihre Gedichtsammlung “Der Koloss” gelesen und bin gerade mitten in ihren Tagebüchern. Ich schleiche natürlich auch schon um den Gedichtband “Ariel” herum.

Ich bin mir nicht sicher, ob es zu all diesen Büchern Rezensionen auf Wortlichter geben wird. Denn meine Gedanken dazu sind sehr komplex und sehr mit meiner eigenen Persönlichkeit und meinen eigenen Gedanken verwoben. Vielleicht kommen ein paar Rezensionen mit der Zeit, alles zu rezensieren scheint mir ein bisschen zu aufwendig, weil ich mich so stark damit auseinandersetze, dass ich eine kurze Essenz kaum in Worte fassen kann.

Vorbilder für das eigene Schreiben

Allem in allem würde ich sagen, dass Jack Kerouac und Sylvia Plath schriftstellerisch gesehen meine persönlichen Vorbilder sind. Mit ihnen kann ich mich verbinden. In ihnen finde ich teilweise meine eigene Persönlichkeit wieder und besonders die Kombination von Beiden finde ich überaus faszinierend. Ich könnte Tagelang damit verbringen die Tagebücher von Sylvia Plath zu lesen, oder den Briefwechsel von Kerouac. Und das tue ich auch tatsächlich. Ich streiche mir alle wundervollen Gedanken und Sätze an. Später komme ich darauf zurück und lese es nochmal und denke selbst darüber weiter. Ich suche mir wundervolle poetische Sätze hinaus und bewundere, wie sichtbar die Poesie auch in ihrem alltäglichen Schreibstil war. Ich ziehe so viel Kraft und Motivation daraus, für mein eigenes Leben und Schreiben.

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Fühl die Poesie- Welttag der Poesie 2017 https://wortlichter.com/fuehl-die-poesie-welttag-der-poesie-2017 https://wortlichter.com/fuehl-die-poesie-welttag-der-poesie-2017#comments Tue, 21 Mar 2017 11:29:17 +0000 https://wortlichter.com/?p=483 Literatur und Gedichte können uns tief in der Seele berühren Ich lese regelmäßig Gedichtbände, eigentlich ist jeden Monat zumindest ein Band dabei, oft auch mehr. Gedichte haben mich schon immer fasziniert, da ich an der Literatur  besonders die Poesie liebe. Ich mag die Kraft, welche Sprache hat. Poesie ist für mich Sprachkunst. Der Klang und der …

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Literatur und Gedichte können uns tief in der Seele berühren

Ich lese regelmäßig Gedichtbände, eigentlich ist jeden Monat zumindest ein Band dabei, oft auch mehr. Gedichte haben mich schon immer fasziniert, da ich an der Literatur  besonders die Poesie liebe. Ich mag die Kraft, welche Sprache hat.
Poesie ist für mich Sprachkunst. Der Klang und der Nachhall von Worten, kann einfach unglaublich intensiv sein. Worte können uns tief in unserer Seele berühren, uns zum Nachdenken anregen und ganz neue Erfahrungen vermitteln. Dabei wirkt Poesie auch immer ganz individuell, je nach dem von was wir uns angesprochen fühlen, können wir in einem Satz oder einem Gedicht, unser ganzes Leben erkennen, oder einfach nur Worte.

Für mich muss gute Literatur auch immer auf der sprachlichen Ebene überzeugen. Es sollte ein Rhythmus entstehen, der mich beim Lesen trägt.

Manchmal dichte und schreibe ich auch gerne Selbst. Dabei steht für mich nicht im Vordergrund einen Roman zu erschaffen, sondern das was mir gefällt, ist das  Spiel mit der Sprache. Ich mag es meinen Schreibstil und Ausdruck weiterzuentwickeln, um auszudrücken, was ich wahrnehme und fühle. Das sind meist Fragmente, Textstücke, Ideen oder Gedichte.

Welttag der Poesie

Heute am 21.03 ist Welttag der Poesie. Der Welttag des Buches, ist vielleicht bekannter, aber heute nutze ich die Gelegenheit, euch auch diesen Tag näher zu bringen. Es ist eine gute Gelegenheit sich mit der Poesie zu beschäftigen und zu reflektieren, welchen Stellenwert sie in unserem Leben hat. Ich finde es schade, dass heute Literatur immer öfter zu einem Konsumprodukt wird. Natürlich lese ich auch gerne Unterhaltungsromane, um abzuschalten, aber die Beschäftigung mit der Poesie geht für mich einfach tiefer. Das hat vielleicht für mich auch etwas mit Achtsamkeit zu tun. Anstatt in einer Stunde 80 Seiten zu lesen, lese ich 10 Seiten Gedichte, aber nehme sie dafür viel mehr wahr, beschäftige mich mit dem Klang, mit dem Inhalt und den Gefühlen, die sie in mir auslösen.

Ich glaube dass die Faszination der Poesie auch ein bisschen durch den Zwang der Schule verloren geht. Gedichte haben immer den Ruf “kompliziert” oder “schwer” zu sein. Aber ich finde genau das Gegenteil ist der Fall. Je nach dem welchen Stil man mag, findet man einen ganz eigenen Zugang dazu. Und Worte kommen ganz einfach aus uns heraus. Ein Gedicht muss nicht komplex sein. Gedichte sind einfach. Das dichten ist einfach. In der heutigen Zeit, müssen wir uns nicht mehr an ein Versmaß oder Vorgaben halten.
Versuch einfach mal deine Augen zu schließen und die Worte zu fühlen, lass Sie aus dir heraussprudeln. Deine Seele kennt die passenden Worte.

Fühl die Kraft und die Schönheit der Poesie

Mit der Unterstützung von Viking und dem #VikingWorldPoetryday, habe ich versucht zwei Gedichte mit Kalligraphie darzustellen. Das Eine ist eines meiner Lieblingsgedichte vom englischen Dichter Tyler Knott Gregson. Was mich an seinen Gedichten begeistert, ist dass sie voller Inspiration und Motivation stecken. Seine Gedichte sind lebensbejahend und stark. Sie sprechen mich direkt in meiner Seele an und hinterlassen dieses wohlige Gefühl und den Eindruck, dass jedes seiner Gedichte etwas mit meinem eigenen Leben zu tun hat.

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Und dann wollte ich euch auch noch eines meiner eigenen Gedichte zeigen. Die Umsetzung in Kalligraphie ist mir hier nicht ganz so gut gelungen. wahrscheinlich liegt das daran, dass mir die Schreibschrift mit der echten Feder weniger liegt, als das Malen von einzelnen Buchstaben. Zudem meine Handschrift auch nicht ganz so geeignet ist, weil ich nicht durchgängig schreibe. Ich hätte gar nicht gedacht, wie schön aber auch schwer es ist, wieder eine echte Feder in der Hand zu halten. Das letzte Mal, dass ich sowas gemacht habe, war wohl in der Schulzeit. Man sieht auch, dass es mit der Übung natürlich auch immer besser wird. Das englische Gedicht, habe ich erst nach meinem Gedicht gezeichnet und man erkennt schon, dass es besser funktioniert. Ich mag diese kleinen Unebenheiten, die mit echter Tinte entstehen. Weg mit dem Perfektionismus, das Leben ist voller Ecken und Kanten. Und das ist so schön.

Mein Gedicht ist, wie man unschwer erkennen kann, auch der Grund warum ich meinen Blog Wortlichter genannt habe. Ja, ich habe meinen Blog nach meinem eigenen Gedicht benannt. Ich wollte es euch schon immer mal zeigen und nun haben wir die Gelegenheit:

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Habt ihr jetzt Lust bekommen, es auch einmal mit dem Dichten zu versuchen? Ich würde mich freuen, wenn ich den einen oder Anderen zum Welttag der Poesie inspirieren könnte, ein eigenes Gedicht zu verfassen, oder einfach mal wieder einen Gedichtband zur Hand zu nehmen. Vielleicht wollt ihr auch versuchen, ein Gedicht künstlerisch umzusetzen?

Transparenz: Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit Viking, die mir freundlicherweise die Materialen zur kreativen Gestaltung zur Verfügung stellten. Schaut doch mal mit dem Hashtag #VikingWorldPoetryDay , was die anderen Teilnehmer Schönes umgesetzt haben. 

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Frauen Lesechallenge 2017: Teil 1- Feminismus https://wortlichter.com/frauen-lesechallenge-2017-teil-1-feminismus https://wortlichter.com/frauen-lesechallenge-2017-teil-1-feminismus#comments Sun, 01 Jan 2017 10:42:14 +0000 https://wortlichter.com/?p=319 Meine Lieben, endlich geht es los. Ich freue mich sehr, dass ich heute den Start der Frauen-Lese-Challenge 2017 ausrufen kann. Zur Erinnerung: Hier findet ihr nochmal einen Beitrag worum es genau geht und auch den Plan für das ganze Jahr. Kurz zusammen gefasst für alle die neu dabei sind: In der Frauen-Lese-Challenge geht es darum …

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Meine Lieben, endlich geht es los.

Ich freue mich sehr, dass ich heute den Start der Frauen-Lese-Challenge 2017 ausrufen kann. Zur Erinnerung: Hier findet ihr nochmal einen Beitrag worum es genau geht und auch den Plan für das ganze Jahr. Kurz zusammen gefasst für alle die neu dabei sind: In der Frauen-Lese-Challenge geht es darum Literatur von Frauen zu stärken und mehr Aufmerksamkeit zu schenken, da es noch immer so ist, dass Frauen es schwerer haben, sich in der Literatur durchzusetzen. Dazu gibt es von mir pro Quartal ein Thema, zu dem wir Bücher lesen werden.

Im 1. Quartal 2017 bilden wir die Basis und lesen uns ein Bewusstsein für die weiblichen Probleme an. Darum geht es um:

Feminismus und Feministische Literatur

Dazu zählen für mich in erster Linie Sachbücher oder Essays, die in irgendeiner Weise die Probleme oder die Identität, der Frau in unser Welt thematisieren.

Ich habe euch ein paar Anregungen rausgesucht, die auf meiner Wunschliste stehen, falls ihr noch nicht wisst, was ihr lesen wollt. Ihr könnt natürlich auch gerne andere Bücher zum Thema lesen.

Für die Challenge werde ich auf jeden Fall lesen:

1. Virginia Woolf, ein Zimmer für sich allein  – Weil dieses Buch besonders das Verhältnis von Frauen und Literatur behandelt

2. Chimamanda Ngozi Adichie- We should all be feminists- Weil es ein Grundlagentext ist, warum es überhaupt wichtig ist, sich für Feminismus zu interessieren

3. Rebecca Solnit: Wenn Männer mir die Welt erklären. – Weil es das Phänomen beschreibt, wie unser Alltag von Männern dominiert wird und Frauen gerne abgewertet und nicht richtig ernst genommen werden.

Diese drei Bücher habe ich mir fest vorgenommen. Vielleicht schaffe ich es auch, noch ein Buch mehr zu lesen, mal schauen. Interessante Kandidaten wären für mich zb.

Roxane Gay: Bad Feminist- Weil es um den Gegensatz geht, sich für Feminismus einzusetzen und gleichzeitig extrem sexistische Rollenbilder zu zelebrieren zb. durch Fernsehen, Bücher, Zeitschriften etc. (Shades of Grey, Vogue etc.)

The essential feminist reader- Dieses Buch würde ich auch gerne lesen, aber es ist einfach mega umfangreich. Es enthält ganz viele Essays über Feminismus durch die Weltgeschichte. Der älteste Text stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das Buch ist sicher auch in einem akademischen Kontext sehr interessant.

Ich habe besonders darauf geachtet Bücher herauszusuchen, die für jeden interessant sind, egal ob man bereits Vorwissen in diesem Bereich hat, oder nicht. Aber ich bin mir sicher, euch fallen noch mehr interessante Bücher ein!

*Bilder enthalten Affiliate-Links

Nochmal die Regeln zusammen gefasst:

  1. Von Januar bis Ende März lesen wir Bücher zum Thema: Feminismus (Essay oder Sachbuch)
  2. Ihr könnt so viele Bücher lesen, wie ihr wollt.
    Ich habe mir 1 Buch pro Monat vorgenommen, also 3 Stück. Ihr könnt aber auch mehr oder weniger lesen. Wenn ihr dieses Mal keine Lust habt, etwas zu lesen, könnt ihr auch gerne erst beim nächsten Mal mitmachen.
  3. Ihr könnt natürlich auch die Bücher lesen, die euch gefallen, meine Liste ist nur als Anregung zu verstehen.
  4. Eure Rezensionen könnt ihr hier kommentieren
  5. Ich freue mich natürlich, wenn ihr auch die Lesechallenge verlinkt, ist aber kein Muss. Ich möchte niemanden zu etwas zwingen.
  6. Habt Spaß !

Und hier kommen eure Rezensionen:

Ihr könnt euren Artikel einfach hier im Formular eintragen.

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Das war die Buch Wien 2016 https://wortlichter.com/das-war-die-buch-wien-2016 https://wortlichter.com/das-war-die-buch-wien-2016#comments Fri, 18 Nov 2016 10:02:23 +0000 https://wortlichter.com/?p=280 Am letzten Wochenende, fand die “Buch Wien 2016” statt. Während ich schon gespannt und ein wenig neidig, die Messeberichte aus Frankfurt verfolgt habe, konnte ich es kaum erwarten, dass auch bei uns eine Messe stattfindet. Die Buch Wien ist natürlich eine Buchmesse, die eine ganz andere Größe hat, als Frankfurt. Alles ist ein bisschen kleiner und …

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Am letzten Wochenende, fand die “Buch Wien 2016” statt. Während ich schon gespannt und ein wenig neidig, die Messeberichte aus Frankfurt verfolgt habe, konnte ich es kaum erwarten, dass auch bei uns eine Messe stattfindet.

Die Buch Wien ist natürlich eine Buchmesse, die eine ganz andere Größe hat, als Frankfurt. Alles ist ein bisschen kleiner und heimeliger. Hauptsächlich findet man hier natürlich die österreichischen Verlage, aber auch einige Nachbarländer hatten ihre Stände, so dass man ungarische oder tschechische Literatur entdecken konnte. Auch andere Länder wie Frankreich und der Iran waren vertreten. Es war internationaler, als angenommen. Die großen deutschen Verlage waren aber nicht vor Ort und auch die Stände selbst, waren kleiner als bei den großen Messen. Hier fand auch die ganze Messe in einer Halle statt, die nicht einmal voll genutzt wurde, während man in Leipzig oder Frankfurt natürlich viel mehr Hallen hat.

Eingang Buch Wien

Ich habe meinen Besuch trotzdem sehr genossen und habe mich besonders gefreut die österreichischen Verlage zu entdecken. Es gab auch viele Lesungen, von denen mich jedoch doch nur diejenigen angesprochen haben, die ich leider nicht besuchen konnte.  Hier sieht man das Gewinnerbuch des österreichischen Buchpreises 2016. Das durfte natürlich nicht fehlen.

österreichische Buchpreis

Ich war am Freitag Mittag auf der Messe und dachte mir eigentlich, dass ich es ganz schlau anstelle, wenn ich nicht direkt am Samstag oder Sonntag, die ja die publikumsstärksten Tage sind, die Messe besuche. Stattdessen habe ich jedoch nicht bedacht, dass die Messe auch von Schulklassen genutzt wurde, so gab es trotzdem viel Andrang, von lauter lesebegeisterten Kindern. Das war aber sehr putzig und hat mich sehr gefreut mit anzusehen. Ich finde es wundervoll, wenn die Jüngsten schon für Literatur begeistert werden. Ich hätte mir auch so einen Messebesuch gewünscht während der Schulzeit. Es ist toll, dass so viele Schulen dieses Projekt unterstützen.

Ansonsten hatte ich das Gefühl, dass die “Buch Wien” eine Publikumsmesse war und weniger für Fachbesucher ausgerichtet ist. Es gab auch keine speziellen Fachbesuchertage und an den Ständen standen meist ganz liebe engagierte Praktikantinnen. Es gab auch keine Workshops, Bloggertreffen, Meetings, Cosplay oder Ähnliches. Dafür ist die Messe sicher einfach zu klein. Trotzdem hat es sich für mich sehr gelohnt. Ich bin vor allem mit dem Ziel hingegangen, einige interessante Bücher zu entdecken und mir einen Überblick über das österreichische Verlagsprogramm und die Verlagswelt zu beschaffen. Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt.

Meine freudvollste Errungenschaft war ein Verzeichnis über alle österreichischen Neuerscheinungen 2016/2017. Man kann es sich wie eine riesige Programmvorschau vorstellen, bestehend aus verschiedenen Verlagen und lauter Listen mit Büchern. Ein ganzes Buch voller Bücher? Wundervoll! Während die meisten wohl nichts damit anfangen können, bin ich absolut begeistert und blättere es durch, streiche interessante Verlage und Bücher an und erfreue mich an der Vielfalt. Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar Messe-Impressionen zeigen.

Buch Wien Messe Oldtimer

 

Diogenes Buch Wien

 

img_1823

 

Buch Wien Bücherregal

 

Wart ihr dieses Jahr auch auf einer Buchmesse oder plant ihr den Besuch einer Messe in 2017?

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Meine Liebe zum Buch #buchpassion https://wortlichter.com/meine-liebe-zum-buch-buchpassion https://wortlichter.com/meine-liebe-zum-buch-buchpassion#comments Fri, 09 Sep 2016 12:40:59 +0000 https://wortlichter.com/?p=114 Dieser Beitrag gehört zur Aktion #Buchpassion: Der Tag, als ich mich für die Bücher entschied Gelesen habe ich eigentlich schon immer. Selbst als ich noch nicht lesen konnte, habe ich Bücher mit mir herum getragen und versucht mir Selbst das Lesen beizubringen, in dem ich die Geschichten nacherzählt habe, Buchstaben abgemalt habe, oder versuchte etwas …

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Dieser Beitrag gehört zur Aktion #Buchpassion:

Der Tag, als ich mich für die Bücher entschied

Gelesen habe ich eigentlich schon immer. Selbst als ich noch nicht lesen konnte, habe ich Bücher mit mir herum getragen und versucht mir Selbst das Lesen beizubringen, in dem ich die Geschichten nacherzählt habe, Buchstaben abgemalt habe, oder versuchte etwas zu den Bildern zu sagen. Meine Träume wurden schon früh zerstört von der bösen Kindergartentante, die mir sagte: “Was soll das denn? Du kannst doch gar nicht lesen!”. Diese Szene habe ich noch immer in Erinnerung, denn das war der Tag, wo ich mich für meine Liebe zum Buch entschied und gegen die hasserfüllte Welt der bösen Erwachsenen. Es war auch der Tag, wo ich begonnen habe, an meine Träume zu glauben (und vielleicht war dies auch die Ursache für spätere Konflikte mit dem Lehrpersonal).

Während andere Kinder in der Grundschule ihre Bilderbücher mitbrachten, brachte ich einen ganzen Roman. Von der Schullektüre war ich stark unterfordert. In der Schulzeit habe ich wahnsinnig viel gelesen, ich hatte eine Büchereikarte und borgte mir immer einen Haufen Bücher aus. So las ich mich einmal quer durch das Fantasy-Regal und zwar nicht nur zu Hause, sondern auch im Unterricht. Besonders die Fantasy-Bücher von Herrn Hohlbein hatten es mir angetan und sie konnten gar nicht genug Seiten haben. Später am Gymnasium wurde es dann mit der Schullektüre besser. Während alle stöhnten, freute ich mich wahnsinnig auf Schillers “Willhelm Tell”. Während andere Jugendliche mit 14 ihre Grenzen auf Partys austesteten, las ich auch gleich noch “die Räuber”. Die Liebe für die Literatur war nun endgültig entbrannt und neben dem Lesen widmete ich mich dem Schreiben. So kam es, dass sich noch ein ganz anderer Traum entwickelte, neben dem Lesen: Ich wollte Schreiben.

Diese Bücher beeinflussten mich als Kind:

Als Kind las ich die typischen Mädchen-Bücher, in denen es um Freundschaft oder Pferde ging, aber auch Detektivgeschichten begeistern mich, wie von TKKG oder den 3 Fragezeichen. Und da gab es noch andere Bücher, welche großen Einfluss auf mich hatten. Das erste war das Nesthäkchen, von Else Ury. Meine Mutter las es mir als Kind immer vor. Erst später entdeckte ich, dass sie besonders die Kapitel über den Krieg komplett ausgelassen hat und entdeckte mein Lieblingsbuch nochmal neu. Und gerade die späteren Bände, die das gesamte Leben vom Nesthäkchen* umfassen, sind nicht nur Kinderbücher, sondern bilden ein eindrucksvolles Portrait über das Leben einer Frau zum Anfang des 20.Jahrhunderts.

Und dann waren da noch Daniel Defoe: Robinson Crusoe* und Die Schatzinsel* von Robert Louis Stevenson. Wahrscheinlich legten diese beiden Bücher, die Grundsteine für meine Abenteuerlust. Ich fand sie bei meiner Großmutter und es waren die einzigen beiden Bücher, die für mich als Kind von Interesse waren. Es waren ganz alte Ausgaben, in Frakturschrift. Obwohl ich gerade einmal Lesen und Schreiben konnte, bettelte ich, dass meine Großeltern mir die Frakturschrift und auch die Sütterlinschrift beibrachten. Ich verbrachte dann also die Wochenenden bei meiner Oma mit dem Entziffern von Robinson Crusoe. Das hatte allerdings die Folge, dass ich dann schnell ziemlich gut darin war und auch die weiteren alten Bücher keine Hindernisse mehr darstellten.

                 

Diese Bücher beeinflussten mich als Jugendliche:

Eigentlich waren es gar nicht die vielen Fantasy-Bücher, die mich wirklich beeinflussten. Ich las sie eher zur Unterhaltung, so wie man sich Serien oder Filme ansieht. Wirklich beeinflusst haben mich eher die großen Klassiker, wie Schiller* und Goethe*. Ich träumte von großen Theatern und riesigen Bibliotheken, von alten Universitäten, von fernen Reisen und dem Schreiben unter freien Himmel. Ich bewunderte die alten Schriftsteller, wie sie heimatlos durch das Land zogen und soviel an Lebensfreude, Leidenschaft und Wissen mitbrachten. Durch glücklich gewählte Schulausflüge, wandelte ich fasziniert auf den Spuren von Goethe und Schiller in Weimar und auf den Spuren von Shakespeare* in England.

Mich faszinierte der Wissensdurst und der Freiheitsdrang der alten Meister der Literatur. Ein solches Leben erschien mir höchst erstrebenswert und doch ganz anders, als man sich Autoren in der heutigen Zeit vorstellt. Ich wollte das Wissen der Menschheit aufsaugen, Erfahrungen für das Leben machen und aus der Fülle der Schönheit, der Welt schöpfen. Es war bewundernswert, wie man mit Literatur Menschen begeistern konnte oder ihnen bestimmte Themen näher bringen konnte.

Mit Faust II im Gepäck, ging ich nach der Schule nach Wien, tauschte den Osten Deutschlands, gegen die Stadt der Kunst, Musik und Wissenschaft. Und dann vergaß ich einige Jahre das Lesen und das Schreiben. Ich war beschäftigt mit Unilektüre und dem Leben an sich. Der Arbeitsalltag grenzte mich ein. Als ich mal wieder gestresst vom immer gleichen Muster war, erinnerte ich mich wieder, an die Freiheit der Literatur und meine großen Pläne. Und rückblickend, habe ich schon Einiges verwirklicht, von was ich geträumt habe, ohne es zu merken.

              

Das Lesen und das Schreiben heute

Die Liebe zum Buch, ist heute bei mir reifer geworden. Ich habe beschlossen meine Lesezeit wertvoll zu nutzen und lese mittlerweile kaum noch Fantasyliteratur. Ich lese jetzt mehr Bücher, die ich als literarisch hochwertig oder interessant empfinde. Besonders liebe ich Bücher, über die Literatur selbst. Die Literatur ist für mich immer mehr zu einer Ausdrucksform geworden, als zu einer Unterhaltung. Der Traum, den ich als Jugendliche hatte, Schriftstellerin zu werden, habe ich vor Kurzem wiederentdeckt. Es mussten erst ein paar Jahre zwischendurch vergehen, damit mir das Leben zeigt, was es alles bereit hält. Ich verfolge aber immer noch die selben Ideen und Ziele, die sich schon als Jugendliche, aus der Lektüre der Klassiker herauskristallisierten.

Ich möchte Geschichten schreiben, die angelehnt an meinen Namen Wortlichter, wie Lichter sind. In der Literatur liegt eine unheimliche Macht und Möglichkeit. Nicht nur die Möglichkeit, seiner Seele Ausdruck zu verleihen, sondern auch anderen Menschen damit ein Licht zu sein, zu berühren und zu begeistern, Gedanken anzustoßen und tiefe Prozesse ins Rollen zu bringen.

Die Literatur hat etwas Magisches, sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben und ich möchte mich an dieser Magie anlehnen, meine Worte zu neuen Mustern verweben und diesen unstillbaren Drang nach Leben, Wissen und Reflexion, eine Form geben.

Und wie sieht eure Liebe zum Buch aus? Welche Bücher haben euch beeinflusst? 

*Transparenz: Die Bilder zu den Bücher enthalten Afiliate Links

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Neuzugänge im August https://wortlichter.com/neuzugaenge-im-august https://wortlichter.com/neuzugaenge-im-august#comments Fri, 26 Aug 2016 20:09:29 +0000 https://wortlichter.com/?p=127   Die Interessanten- Meg Wolitzer Die Interessanten*, ist ein Roman, der bereits in den USA ein Bestseller war. Es geht um eine Gruppe von talentierten Jugendlichen, welche sich in einem Sommer-Camp kennen lernen. Jeder von ihnen hat bestimmte Begabungen und Fähigkeiten. Über den Zeitraum von 40 Jahren, beobachten wir die Entwicklung dieser jungen und euphorischen …

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Die Interessanten- Meg Wolitzer

Die Interessanten*, ist ein Roman, der bereits in den USA ein Bestseller war. Es geht um eine Gruppe von talentierten Jugendlichen, welche sich in einem Sommer-Camp kennen lernen. Jeder von ihnen hat bestimmte Begabungen und Fähigkeiten. Über den Zeitraum von 40 Jahren, beobachten wir die Entwicklung dieser jungen und euphorischen Menschen. Jedes Leben ist unterschiedlich und nicht alle, schaffen es, ihre Träume zu verwirklichen. Es ist ein Buch über Freundschaft, Talent, Erfolg, Entwicklung und alles was damit zusammen hängt.Mich hat der Roman besonders interessiert, weil es hier um eine ganz Gruppe geht, welche über einen langen Zeitraum begleitet wird. In erster Linie war es besonders meine schriftstellerische Neugier, wie dieser Roman aufgebaut ist, die mich zum Lesen verleitet hat. Ich bin schon gespannt, wie es die Autorin schafft, jedem Individuum seinen Platz im Buch zu geben und gleichzeitig die Story über einen so langen Zeitraum zu entwickeln. Ich frage mich besonders, wie der Roman konstruiert ist. Was macht ihn aus? Wie wurden die Zeitebenen gewählt, wie werden die Personen dargestellt? Und welche Gefühle schafft er zu erzeugen?

Das Cover finde ich übrigens ziemlich genial. Mit den vielen Farben, spiegelt es für mich die vielen Facetten des Lebens wieder. Ich mag so eine einfache und doch Ausdrucksstarke Covergestaltung.

Lolita lesen in Teheran- Azar Nafisi

Lolita lesen in Teheran* ist noch eine Geschichte, die gleich von einer ganzen Gruppe von Menschen handelt. Dieses Buch bildet einen schönen Gegensatz zu die Interessanten. Es handelt sich hierbei um einen Lesekreis von iranischen Frauen, um eine Literaturprofessorin, welche das gemeinsame Lesen nutzen um sich auszutauschen und ihre Rechte einzufordern. Hier geht es nicht um eine gemischte Gruppe, sondern um eine reine Frauengruppe. Ich bin schon gespannt, welche Unterschiede es macht, eine reine Frauendynamik zu beschreiben. Außerdem geht es hier nicht um die USA, mit der überschwänglichen Freiheit, sondern um den Iran und den eingeschränkten Lebensweisen der Frauen. Es handelt sich bei diesem Roman auch nicht um eine große Zeitspanne. Die Handlung erstreckt sich lediglich über zwei Jahre. Die beiden Romane stehen also, trotz ähnlichen Grundthemen (Gruppen, Austausch, Talent, Entwicklung) in einem ziemlichen Gegensatz. Genau deshalb habe ich mir auch diesen Roman ausgesucht.

Ich hoffe durch die Lektüre der beiden Bücher mehr über Storytelling mit Gruppen zu lernen. Falls ich einen Roman schreiben werde, würde ich nämlich sehr gerne ein Projekt starten, wo es um eine ganze Gruppe von Menschen geht. Mich fasziniert nämlich die Möglichkeiten der Storyentwicklung und Verschachtelung. Man kann so viel mehr Aspekte herausarbeiten, als wenn man nur eine einzige Hauptfigur hat und es können sich ganz eigene Dynamiken entwickeln.

Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist- Stefan Bollmann

Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist*, ist mein erstes Rezensionsexemplar und ist noch dazu, so ein Schönes. Schon als Jugendliche war ich von Goethe begeistert, immerhin lebte ich im Harz, wo Goethe doch hin und wieder vorbeigekommen ist. Goethe ist einer meiner liebsten Schriftsteller und gleichzeitig ein riesiges Vorbild. Ich bewundere seine Abenteuerlust, seinen Fleiß, seine Texte und seine Gelehrsamkeit. Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist, zeigt anhand von seiner Biographie, was wir von Goethe lernen können und wie sein Lebensstil uns dabei helfen kann, unsere eigene Kreativität zu entdecken. Das hört sich nach genau dem richtigen Buch für mich an, denn auf den Spuren von Goethe zu wandeln, ist einfach herrlich.

Das Buch ist in erster Linie eine Biographie. Im Gegensatz zu normalen Biographien, beschreibt es jedoch nicht Goethes Leben im Detail, sondern widmet sich besonders den Herausforderungen, welche Goethe auf seinem Weg meistern musste und wie er damit umgegangen ist.

Als ich dieses Buch gesehen habe, wollte ich unbedingt versuchen, ein Rezensionsexemplar anzufragen. Ich habe mich getraut und eine Zusage bekommen, was mich sehr freut. Ich habe schon mit dem Lesen angefangen und es ist genauso schön, wie erwartet.

Neue deutsche Literaturgeschichte- Peter J. Brenner

Um mein Hintergrundwissen zur Literatur zu erweitern, habe ich mir eine Ausgabe über Neue deutsche Literaturgeschichte* geholt.

Notiz am Rand: Tatsächlich denke ich mittlerweile sogar darüber nach, Literaturwissenschaft an der Uni als Wahlfach zu belegen, so sehr hat mich die Leidenschaft gepackt.

Erst wollte ich mir ein Buch kaufen, welches fein säuberlich alle Epochen, ihre Eigenarten, Schriftsteller und Werke schön nach der Reihe auflistet. Dieses Buch hier, ist jedoch anders. Es ist zwar nach Epochen gegliedert, aber dazu gibt es einen Fließtext und der Autor kommt von einem Thema zum Nächsten. Am Ende, habe ich mich doch absichtlich für diese Variante entschieden, weil diese Art des Lesens, eher meinem Stil zu Lernen und zu Denken entspricht. Ich bin nämlich ganz fürchterlich im Auswendig lernen, kann dafür jedoch gut Fakten herausfiltern und Zusammenhänge darstellen. Ich habe mir darum gedacht, dass dieses Buch, auch wenn es irgendwie chaotisch aussieht, mehr zu meinen kognitiven Fähigkeiten passt und mir darum (hoffentlich) am Ende mehr bringt.

Es ist übrigens eine alte Ausgabe von 1996. Mittlerweile ist das Buch bereits in der 3. Ausgabe erschienen. Da ich diese Ausgabe um ca. 20 Euro billiger erworben habe, kann ich aber gut damit leben. Noch einmal soviel Geld für eine neue Ausgabe drauf zu legen, war mir dann doch etwas viel. Interessant wäre ja zu wissen, in wie weit die beiden Ausgaben trotzdem identisch sind. Am Inhaltsverzeichnis kann man erkennen, dass ein langes Vorwort dazugekommen ist und der Bereich Gegenwart auf “Nach 68” und “Berliner Republik” aufgeteilt wurde. Auch wurde die Klassik und Romantik von einem Kapitel auf zwei separate Kapitel getrennt. Ansonsten sehen die Ausgaben trotzdem ziemlich identisch aus, so dass für mich auf jeden Fall die alte Ausgabe ausreichend ist.

Schreiben dicht am Leben- Hans Josef Ortheil

Um meinen Schreibstil zu verbessern, habe ich mir das Buch Schreiben dicht am Leben: Notieren und Skizzieren*
gekauft. Das Buch hat mich sofort angesprochen, da es sich nicht um einen klassischen Schreibratgeber handelt, sondern wirklich ein Praxisbuch ist. Die Duden-Reihe zum kreativen Schreiben, widmet sich verschiedenen Themen und umfasst mehrere Bände. In diesem Band geht es um die speziellen Formen des Skizzierens. Es ist keine Anleitung, wie man einen Roman schreibt, sondern es werden verschiedene Techniken beschrieben, wie man die Eindrücke aus seiner Umwelt besonders gut zu Papier bringen kann. Das ist genau meine Art des Schreibens, die ich liebe. Ich bin eine Beobachterin und mag es, wahre Begebenheiten und Orte zu beschreiben und mich von der Fülle des Lebens und der Gesellschaft inspirieren zu lassen.

Das Buch beinhaltet eine Einführung zu den vorgestellten Arten des Schreibens, dann kurze Textbeispiele und am Ende Schreibübungen. Dabei wird man ermuntert, seinen Arbeitsplatz zu verlassen und heraus zu gehen. Mit Stift und Notizbuch bewaffnet, kann man dann seinen Schreibstil herausfordern.

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Inspiration: Don Quichotte und die Liebe https://wortlichter.com/inspiration-don-quichotte-und-die-liebe https://wortlichter.com/inspiration-don-quichotte-und-die-liebe#respond Wed, 20 Jul 2016 19:22:49 +0000 https://wortlichter.com/?p=14 Am Flohmarkt erwarb ich eine Ausgabe von Don Quichotte in Fraktur-Schrift. Die Ausgabe war von 1902. Schon damals war es eine Geschichte, die einige Jahrhunderte zurück lag. Das Werk wurde tatsächlich schon 1605 geschrieben. Ich fragte mich, ob es wohl noch eine Erstausgabe von diesem Buch gäbe. Sie wäre sicher unbezahlbar. Angeblich ist Don Quichotte …

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Am Flohmarkt erwarb ich eine Ausgabe von Don Quichotte in Fraktur-Schrift. Die Ausgabe war von 1902. Schon damals war es eine Geschichte, die einige Jahrhunderte zurück lag. Das Werk wurde tatsächlich schon 1605 geschrieben. Ich fragte mich, ob es wohl noch eine Erstausgabe von diesem Buch gäbe. Sie wäre sicher unbezahlbar.
Angeblich ist Don Quichotte das beste Buch der Welt, wenn man den Literaturkritikern aus Norwegen Glauben schenken kann.
Für mich war es ein zufällig ausgewähltes Buch, welches mich durch den dicken orangen Einband begeisterte.
“In meinem Zimmer hing lange Zeit ein Gemälde, von Don Quichotte, wie er gegen die Windmühlen kämpfte”, sagte einmal meine Bezugsperson. Diese Frau steckte vor langer Zeit in der selben Situation wie ich zu diesem Zeitpunkt. Als Mentorin begleitete sie mich ein Stück auf meinem Weg.
An dieses Gespräch kann ich mich noch genau erinnern. Wir redeten von der Liebe, der Ohnmacht nicht vor ran zu kommen und sich in einer Lage zu befinden, die so erscheint, als würde man ganz klein sein, in dieser Welt. Davon, wie andere Menschen, die wie nicht einmal kannten, uns von unserem Glück abhalten wollten. Die Mühlen mahlen langsam, ganz langsam. Man kommt nicht weiter.
“Die Lage war aussichtslos. Wie Don Quichotte, war der Kampf aussichtslos und ich war am verzweifeln”, sagte sie und dann lächelte sie.
“Erst als ich das Bild abnahm, habe ich die Kontrolle über mein Leben wiedergewonnen. Ich habe aufgehört zu Kämpfen und alles wurde gut.”, fügte sie hinzu.
Dieses Bild der Hoffnungslosigkeit sollte eine Methapher sein, ist aber unabsichtlich zu ihrer Realität geworden. Als sie sich von dem Bild befreite, war der Kampf vorbei. Plötzlich fing alles an, sich wieder in normale Bahnen zu bewegen. Auch bei Don Quichotte gab es einen riesigen Unterschied, zwischen seiner Realität und seiner Wahrnehmung. Die Feinde welche ihm als riesige Heerscharen erschienen, waren in Wirklichkeit nur eine Herde Schafe.
Überhaupt ist das Leben und die Liebe, gar kein Kampf, erst wenn man es zu dem Übel macht, erschafft man sich das Leben, als einen Feind.
In meiner alten Buchausgabe, die schon fast auseinander fiel, aber das war nicht schlimm, denn ich hatte nur einen Euro bezahlt, befand sich ein Brief.
Es war einer dieser sonnigen Tage, die man in Wien an der Donau verbringt und vor der Ubahnstation befand sich dieser kleine Bücherverkauf. Eigentlich wollte ich vorüber gehen, aber das Buch erregte meine Aufmerksamkeit.
Ich faltete das Papier auseinander und war mir nicht sicher, ob dieser Brief überhaupt für meine Augen bestimmt war. Drang ich in die Privatsphäre von fremden Menschen ein? Die Neugier siegte jedoch über meine Bedenken. Der Brief war von 1951. Er wurde von einem jungen Mann geschrieben und richtete sich an seine Geliebte. In diesem Brief äußerte er die Sorge, dass die Mutter etwas gegen die Beziehung haben könnte und war sich auch nicht sicher, ob seine Briefe überhaupt ankamen. Zudem war die Geliebte kürzlich umgezogen.
Und wieder kämpfte jemand mit der Hilfe von Don Quichotte gegen die Konventionen seiner Zeit. Während Don Quichotte seinen Träumen hinterher jagte, taten wir es ihm gleich.
Ob das Buch auch in diesem Fall wieder bewusst als Methaper gewählt wurde um darin diesen Brief zu verstecken? Oder ob dieser Brief eher zufällig in diesem Buch gelandet ist? Gab es in dieser Geschichte überhaupt ein Happy End, oder war es nur die Mutter, die diesen Brief erhielt?

Die junge Frau, welche in diesem Brief beschrieben wurde,  hätte meine Großmutter seien können und jene, die mir mit ihrem Rat zur Seite stand, hätte meine Mutter seien können. Drei Generationen, drei Frauen, verbunden mit fast dem selben Problem und Don Quichotte.

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