Buch – Wortlichter https://wortlichter.com Literatur. Lesen. Schreiben. Fri, 31 May 2019 21:49:31 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.11 /i2.wp.com/wortlichter.com/wp-content/uploads/2017/08/cropped-20750705_1387240721365761_1860346035_n.jpg?fit=32%2C32&ssl=1 Buch – Wortlichter https://wortlichter.com 32 32 114456990 [Rezension] Autolyse Wien- Karin Peschka https://wortlichter.com/rezension-autolyse-wien-karin-peschka https://wortlichter.com/rezension-autolyse-wien-karin-peschka#respond Sun, 19 Nov 2017 19:17:35 +0000 https://wortlichter.com/?p=682 Was bleibt wenn die Welt, die wir kennen untergeht oder sich aus den Angeln hebt? Autolyse Wien geht der Frage nach, wie es wohl wäre, wenn eine riesige Katastrophe eine ganze Stadt in Schutt und Asche legt. Dabei ist es für das Buch vollkommen nebensächlich, was genau diesen Untergang verursacht hat. Viel mehr geht es …

Der Beitrag [Rezension] Autolyse Wien- Karin Peschka erschien zuerst auf Wortlichter.

]]>

Was bleibt wenn die Welt, die wir kennen untergeht oder sich aus den Angeln hebt? Autolyse Wien geht der Frage nach, wie es wohl wäre, wenn eine riesige Katastrophe eine ganze Stadt in Schutt und Asche legt. Dabei ist es für das Buch vollkommen nebensächlich, was genau diesen Untergang verursacht hat. Viel mehr geht es darum, was die einzelnen Überleben nun tun und wie sie sich mit diesen Ereignissen arrangieren.

In vielen kurzen Fragmenten, die oft nur einige Seiten lang sind, werden die verschiedensten Menschen vorgestellt und man lernt, wie sie mit der Katastrophe umgehen.

Autolyse- Selbstauflösung

Das Wort Autolyse scheint erst einmal ungewöhnlich für einen Roman-Titel. Bei näherer Betrachtung, merkt man jedoch, dass das Wort sehr passend und keinesfalls zufällig gewählt ist. Die Autolyse bezeichnet nämlich einen Verwesungsprozess und die eigene Auflösung von abgestorbenen Zellen. Metaphorisch gesehen, steht das für den Prozess, welcher nach der Zerstörung der Stadt eintritt. Ich muss jedoch zugeben, dass Autolyse Wien leider kein Buchtitel ist, der mich im Buchladen ansprechen würde. Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch den österreichischen Buchpreis, wo das Buch auf der Longlist stand.

Außerdem hat Karin Peschka beim Bachmann-Wettbewerb den Publikumspreis gewonnen.

Wien von seiner hässlichsten Seite

Als Wienerin bin ich natürlich beim Lesen sehr aufmerksam.. Ich versuche die beschriebene Orte wiederzuerkennen und muss schmunzeln, wenn aus dem Graben, einer der luxuriösesten Flaniermeilen in Wien, tatsächlich ein echter Graben wird.

Das Karin Peschka ausgerechnet Wien für ihr Szenario gewählt hat, ist denke ich zumindest, kein Zufall. Man sagt der Stadt schon immer einen etwas morbiden Charakter nach. Der Zentralfriedhof als Ausflugsort (welcher übrigens neuerdings das Motto hat “hier liegen sie richtig” – man kann den Wiener Humor und Umgang mit dem Tod gut erkennen.), Bestattungsmuseum, Kapuzinergruft etc. In Wien hat man viele Möglichkeiten sich an dem Tod zu erfreuen. Umso mehr wundert es mich, dass scheinbar sonst noch niemand von dieser Idee Gebrauch gemacht hat und Wien in ein apokalyptisches Schlachtfeld verwandelt hat.

Außerdem bildet Wien, wie kaum eine andere Stadt, einen solchen Kontrast zwischen Schönheit, ewigen Leben und Zerstörung. Allein von der Architektur her, fühlt man sich in der Stadt, als ob die Zeit stehen geblieben ist, irgendwo in der Habsburgermonarchie und dann plötzlich einen Sprung in die Moderne gemacht hat. Ein bisschen Dekadenz, ein bisschen träumerische Historie, ein bisschen Moderne und der typische Wiener Charakter. All das wird im Buch in sein Gegenteil verwandelt. Aus Überfluss wird Mangel, aus Schönheit wird Zerstörung und aus Träumerei bittere Realität.

Die Katastrophen sind weit weg

Trotzdem bleibt es ein Buch, an dem ich sehr lange gelesen habe, da es kein Roman ist und ein Spannungsaufbau mit den ganzen Fragmenten ausbleibt. Es ist ein Buch, in welchem ich meist nur ein paar Abschnitte lese und dann wieder zur Seite legt, ohne den Anschluss zu verpassen. Es ist ein düsteres Szenario, welches zur Abwechslung mal in unserer eigenen europäischen Stadt spielt. Anstatt die Zerstörung und das Leid in den Nachrichten abgestumpft zu verfolgen, regt es hier zum Nachdenken an, da es in unsere eigene Wirklichkeit versetzt wird. Solche Katastrophen- betreffen uns Europäer meist nicht, doch was wäre wenn?

Zusammenfassung

Titel: Autolyse Wien

Autorin: Karin Peschka

Herausgeber: Verlag Otto Müller

Erschienen: 2017

Besprochene Ausgabe: Hardcover, ISBN 978-3701312535

Seitenzahl: 180

Der Beitrag [Rezension] Autolyse Wien- Karin Peschka erschien zuerst auf Wortlichter.

]]>
https://wortlichter.com/rezension-autolyse-wien-karin-peschka/feed 0 682
Meine Liebe zum Buch #buchpassion https://wortlichter.com/meine-liebe-zum-buch-buchpassion https://wortlichter.com/meine-liebe-zum-buch-buchpassion#comments Fri, 09 Sep 2016 12:40:59 +0000 https://wortlichter.com/?p=114 Dieser Beitrag gehört zur Aktion #Buchpassion: Der Tag, als ich mich für die Bücher entschied Gelesen habe ich eigentlich schon immer. Selbst als ich noch nicht lesen konnte, habe ich Bücher mit mir herum getragen und versucht mir Selbst das Lesen beizubringen, in dem ich die Geschichten nacherzählt habe, Buchstaben abgemalt habe, oder versuchte etwas …

Der Beitrag Meine Liebe zum Buch #buchpassion erschien zuerst auf Wortlichter.

]]>

Dieser Beitrag gehört zur Aktion #Buchpassion:

Der Tag, als ich mich für die Bücher entschied

Gelesen habe ich eigentlich schon immer. Selbst als ich noch nicht lesen konnte, habe ich Bücher mit mir herum getragen und versucht mir Selbst das Lesen beizubringen, in dem ich die Geschichten nacherzählt habe, Buchstaben abgemalt habe, oder versuchte etwas zu den Bildern zu sagen. Meine Träume wurden schon früh zerstört von der bösen Kindergartentante, die mir sagte: “Was soll das denn? Du kannst doch gar nicht lesen!”. Diese Szene habe ich noch immer in Erinnerung, denn das war der Tag, wo ich mich für meine Liebe zum Buch entschied und gegen die hasserfüllte Welt der bösen Erwachsenen. Es war auch der Tag, wo ich begonnen habe, an meine Träume zu glauben (und vielleicht war dies auch die Ursache für spätere Konflikte mit dem Lehrpersonal).

Während andere Kinder in der Grundschule ihre Bilderbücher mitbrachten, brachte ich einen ganzen Roman. Von der Schullektüre war ich stark unterfordert. In der Schulzeit habe ich wahnsinnig viel gelesen, ich hatte eine Büchereikarte und borgte mir immer einen Haufen Bücher aus. So las ich mich einmal quer durch das Fantasy-Regal und zwar nicht nur zu Hause, sondern auch im Unterricht. Besonders die Fantasy-Bücher von Herrn Hohlbein hatten es mir angetan und sie konnten gar nicht genug Seiten haben. Später am Gymnasium wurde es dann mit der Schullektüre besser. Während alle stöhnten, freute ich mich wahnsinnig auf Schillers “Willhelm Tell”. Während andere Jugendliche mit 14 ihre Grenzen auf Partys austesteten, las ich auch gleich noch “die Räuber”. Die Liebe für die Literatur war nun endgültig entbrannt und neben dem Lesen widmete ich mich dem Schreiben. So kam es, dass sich noch ein ganz anderer Traum entwickelte, neben dem Lesen: Ich wollte Schreiben.

Diese Bücher beeinflussten mich als Kind:

Als Kind las ich die typischen Mädchen-Bücher, in denen es um Freundschaft oder Pferde ging, aber auch Detektivgeschichten begeistern mich, wie von TKKG oder den 3 Fragezeichen. Und da gab es noch andere Bücher, welche großen Einfluss auf mich hatten. Das erste war das Nesthäkchen, von Else Ury. Meine Mutter las es mir als Kind immer vor. Erst später entdeckte ich, dass sie besonders die Kapitel über den Krieg komplett ausgelassen hat und entdeckte mein Lieblingsbuch nochmal neu. Und gerade die späteren Bände, die das gesamte Leben vom Nesthäkchen* umfassen, sind nicht nur Kinderbücher, sondern bilden ein eindrucksvolles Portrait über das Leben einer Frau zum Anfang des 20.Jahrhunderts.

Und dann waren da noch Daniel Defoe: Robinson Crusoe* und Die Schatzinsel* von Robert Louis Stevenson. Wahrscheinlich legten diese beiden Bücher, die Grundsteine für meine Abenteuerlust. Ich fand sie bei meiner Großmutter und es waren die einzigen beiden Bücher, die für mich als Kind von Interesse waren. Es waren ganz alte Ausgaben, in Frakturschrift. Obwohl ich gerade einmal Lesen und Schreiben konnte, bettelte ich, dass meine Großeltern mir die Frakturschrift und auch die Sütterlinschrift beibrachten. Ich verbrachte dann also die Wochenenden bei meiner Oma mit dem Entziffern von Robinson Crusoe. Das hatte allerdings die Folge, dass ich dann schnell ziemlich gut darin war und auch die weiteren alten Bücher keine Hindernisse mehr darstellten.

                 

Diese Bücher beeinflussten mich als Jugendliche:

Eigentlich waren es gar nicht die vielen Fantasy-Bücher, die mich wirklich beeinflussten. Ich las sie eher zur Unterhaltung, so wie man sich Serien oder Filme ansieht. Wirklich beeinflusst haben mich eher die großen Klassiker, wie Schiller* und Goethe*. Ich träumte von großen Theatern und riesigen Bibliotheken, von alten Universitäten, von fernen Reisen und dem Schreiben unter freien Himmel. Ich bewunderte die alten Schriftsteller, wie sie heimatlos durch das Land zogen und soviel an Lebensfreude, Leidenschaft und Wissen mitbrachten. Durch glücklich gewählte Schulausflüge, wandelte ich fasziniert auf den Spuren von Goethe und Schiller in Weimar und auf den Spuren von Shakespeare* in England.

Mich faszinierte der Wissensdurst und der Freiheitsdrang der alten Meister der Literatur. Ein solches Leben erschien mir höchst erstrebenswert und doch ganz anders, als man sich Autoren in der heutigen Zeit vorstellt. Ich wollte das Wissen der Menschheit aufsaugen, Erfahrungen für das Leben machen und aus der Fülle der Schönheit, der Welt schöpfen. Es war bewundernswert, wie man mit Literatur Menschen begeistern konnte oder ihnen bestimmte Themen näher bringen konnte.

Mit Faust II im Gepäck, ging ich nach der Schule nach Wien, tauschte den Osten Deutschlands, gegen die Stadt der Kunst, Musik und Wissenschaft. Und dann vergaß ich einige Jahre das Lesen und das Schreiben. Ich war beschäftigt mit Unilektüre und dem Leben an sich. Der Arbeitsalltag grenzte mich ein. Als ich mal wieder gestresst vom immer gleichen Muster war, erinnerte ich mich wieder, an die Freiheit der Literatur und meine großen Pläne. Und rückblickend, habe ich schon Einiges verwirklicht, von was ich geträumt habe, ohne es zu merken.

              

Das Lesen und das Schreiben heute

Die Liebe zum Buch, ist heute bei mir reifer geworden. Ich habe beschlossen meine Lesezeit wertvoll zu nutzen und lese mittlerweile kaum noch Fantasyliteratur. Ich lese jetzt mehr Bücher, die ich als literarisch hochwertig oder interessant empfinde. Besonders liebe ich Bücher, über die Literatur selbst. Die Literatur ist für mich immer mehr zu einer Ausdrucksform geworden, als zu einer Unterhaltung. Der Traum, den ich als Jugendliche hatte, Schriftstellerin zu werden, habe ich vor Kurzem wiederentdeckt. Es mussten erst ein paar Jahre zwischendurch vergehen, damit mir das Leben zeigt, was es alles bereit hält. Ich verfolge aber immer noch die selben Ideen und Ziele, die sich schon als Jugendliche, aus der Lektüre der Klassiker herauskristallisierten.

Ich möchte Geschichten schreiben, die angelehnt an meinen Namen Wortlichter, wie Lichter sind. In der Literatur liegt eine unheimliche Macht und Möglichkeit. Nicht nur die Möglichkeit, seiner Seele Ausdruck zu verleihen, sondern auch anderen Menschen damit ein Licht zu sein, zu berühren und zu begeistern, Gedanken anzustoßen und tiefe Prozesse ins Rollen zu bringen.

Die Literatur hat etwas Magisches, sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben und ich möchte mich an dieser Magie anlehnen, meine Worte zu neuen Mustern verweben und diesen unstillbaren Drang nach Leben, Wissen und Reflexion, eine Form geben.

Und wie sieht eure Liebe zum Buch aus? Welche Bücher haben euch beeinflusst? 

*Transparenz: Die Bilder zu den Bücher enthalten Afiliate Links

Der Beitrag Meine Liebe zum Buch #buchpassion erschien zuerst auf Wortlichter.

]]>
https://wortlichter.com/meine-liebe-zum-buch-buchpassion/feed 9 114