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Sommerrückblick

Sommerrückblick

Pünktlich zum Ende der Sommermonate, melde ich mich wieder aus meiner Sommerpause zurück. Ich habe leider über den Sommer sehr wenig gelesen und dafür an meinen Projekten gearbeitet. Trotzdem hat es sich genau richtig angefühlt. Jetzt freue ich mich dafür umso mehr auf einen richtig schön bücherlastigen Herbst. Immerhin ist der Herbst zumindest für mich literarisch immer ein Highlight: das neue Herbstprogramm, die Buchpreise und die anstehenden Messen, lassen das Herz aller Buchliebhaber höher schlagen.

Was gibt es Neues?

SSL Verschlüsselung auf Wortlichter

Ich habe die Zeit genutzt um meinen Blog auf SSL umzustellen. Das war gar nicht so schwer wie gedacht. Außerdem habe ich noch ein paar andere kleine Anpassungen gemacht.

Gedichte auf Instagram ausgelagert auf Ajaou.Poetry

Mich hat es irgendwie genervt, dass ich auf Instagram deutsche und englische Sachen gemeinsam bunt durcheinander bei Wortlichter hatte. Darum habe ich nun meine experimentellen Gedichte auf Englisch auf einen eigenen Account ausgelagert. Ihr findet also meine englischen Gedichte und auch ein bisschen  Reisen, Fotografie und Smalltalk auf Ajaou.Poetry (was natürlich eine Abkürzung für meinen richtigen Namen ist).

Der deutsche und der österreichische Buchpreis

Der deutsche Buchpreis ist wieder gestartet. Ich finde die Buchpreiszeit immer ganz besonders schön und liebe die ganzen Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Literatur. Aber wie ihr wisst, gilt mein Interesse ja mehr dem österreichischen Buchpreis, da ich in Österreich lebe und auch denke, dass dieser Preis medial viel zu wenig wahrgenommen wird. Die Longlist für Österreich kommt Anfang September. Ich bin schon gespannt.

Bis dahin lese ich ein paar Leseproben zum deutschen Buchpreis um die Wartezeit zu überbrücken. Ich bin dieses Jahr besonders erfreut, dass es so viele Frauen auf die Longlist geschafft habe. Endlich mal eine ordentlich Portion Frauenpower beim Buchpreis!

Besonders gefreut habe ich mich über die Nominierung von Anja Kampmann. Denn sie ist bereits seit dem Erscheinen ihres Buches „Wie hoch die Wasser steigen*“, meine Favoritin auf den Preis.

Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Arno Geiger mit „Unter der Drachenwand*“ auf jeden Fall auch auf der österreichischen Buchpreis-Liste auftauchen wird.

Meine weiteren Tipps für Österreich sind übrigens: Robert Seethaler mit „Das Feld*“,  Peter Henisch mit „Siebenhalb Leben*“ und Milena Michiko Flašar mit „Herr Kato spielt Familie*”. Außerdem sehe ich „Dunkelgrün fast Schwarz*“ von Mareike Fallwickl und „Die Unversehrten*“ von Tanja Paar als gute Kandidaten für den österreichischen Debütpreis.  Ich bin ja gespannt wieviele Treffer meine Schätzung ergibt.

Da beim österreichischen Buchpreis auch Lyrik als Einreichung zugelassen ist und ich ja Gedichte liebe, hoffe ich ganz stark, dass es auch ein Lyrik Titel auf die Longlist schafft. Ob Ann Cottens „Fast Dumm- Essays von on the road*“ mit dabei ist? Immerhin hat es Ann Cotten schon einmal auf die Buchpreisliste geschafft.

Gelesen im Sommer:

Angela Carter- Heroes and Villains*

Die Grundstory ist schnell erzählt: In einer dystopischen Zukunft leben die gut situierten Wissenschaftler buchstäblich in Elfenbeintürmen, bewacht von Soldaten, während in der postapoklyptischen Wildnis die Barbaren hausen. Außerdem gibt es da draußen noch jede Menge Bestien, die wohl durch atomare Verstrahlung entstanden sind. Schnell wird ein einfaches Schwarz-Weiß-Szenario aufgebaut: Die Barbaren sind die Feinde der Wissenschaftler, unzivilisiert, aufs nackte Überleben konzentriert und plündern regelmäßig deren Wohlstand.

Die Protagonistin ist noch ein Kind, als sie sieht wie einer der Barbaren ihren Bruder tötet. Und 10 Jahre später, ist es ausgerechnet genau dieser Mann, der Mörder ihres Bruders, dem sie zur Flucht verhilft. Ihr mädchenhafter Traum von Wildnis, Freiheit und Interesse an dem wilden Fremden, wird schnell zum Alptraum.

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Als ich mit diesem Buch durch war, musste ich erst einmal durchatmen. Mein erster Gedanke war: Was habe ich da gerade gelesen? Ehrlich gesagt, passiert es nicht oft, dass ich mir diese Frage stelle. Dieses Buch hat nachgehallt.

Es war vor allem Carters ästhetischer, fast märchenhafter Schreibstil, im dem jedoch jede Menge Grausamkeit und Gewalt steckte. Auf eine ganz seltsam hinterlistige Art und Weise in schöne Worte verpackt. Carter kann schreiben- und wie sie es kann. Ihr Schreibstil gehört übrigens zum magischen Realismus und das war das erste Mal, dass ich in diesem Bereich etwas gelesen habe.

Dann die Liebesgeschichte, die keine ist, sondern eine abgrundtief missbräuchliche Beziehung. Dieses Buch benötigt definitiv eine Triggerwarnung. Als ich erfahren habe, dass Carter jedoch Feministin ist, stand mir ziemlich der Mund offen. Ich habe mich dann wirklich gefragt, wie das zusammen passen kann. Diese Frage hat mich so beschäftigt, dass ich mich viel mit der Autorin auseinander gesetzt habe und mittlerweile auch ihr Werk viel differenzierter und offener sehe. Ich habe auch schon ein weiteres Buch von ihr angefangen und lese parallel dazu einen Lektüre-Schlüssel. Tatsächlich steckt in ihren Werken unheimlich viel drinnen und ich werde sicher nochmal genauer darauf eingehen.

Kelsey Horton – Robot Coconuts Trees*

Ein kleiner Schreibratgeber, den die Autorin im Self-Publishing rausgebracht hat. Es geht hauptsächlich um die Schreibmotivation und Kreativität. Der Schreibstil und auch die Autorin selbst, waren mir sofort sympathisch. Da das Buch nur 160 Seiten hat, war es schnell gelesen. Und es hat seinen Zweck, nämlich zum Schreiben zu motivieren, bei mir auch total erfüllt. Danach hatte ich richtig viel Lust, endlich mal einen ganzen Haufen Gedichte zu verfassen und online zu stellen. Hier findet man zwar keine tiefgründige Abhandlung über das Schreiben, aber dafür kann man die Liebe der Autorin zum Schreiben auf jeder Seite spüren.

Ihr fünf-jähriger Neffe hat übrigens den Namensvorschlag für diesen ungewöhnlichen Titel gemacht. Das fand ich richtig süß, denn diese kindliche Kreativität, Neugier und Freiheit, ist etwas was wir uns unbedingt bewahren sollten.

Neal Cassidy- Der Flügel des Engels*

Leider eine riesige Enttäuschung war für mich die Lektüre von Neal Cassidys „Der Flügel des Engels“. Der Held der Beat Generation aus Jack Kerouacs „Unterwegs*“, schreibt hier seine eigene Geschichte.  Doch irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Ich habe die Atmosphäre und die treibenden Rythmen der Beat Generation vermisst. Dabei waren es Neals Briefe, die Jack Kerouac erst zu diesem Schreibstil inspirierten.

Vielleicht lag das an der deutschen Übersetzung? Da ich bisher noch nichts von den Beats auf Deutsch gelesen habe, kann es durchaus sein, dass mich der Sprachrythmus deshalb verwirrt hat. Es hat irgendwie nicht gepasst. Vielleicht gebe ich Neal Cassidy nochmal auf Englisch eine Chance. Und ich werde auch in Zukunft lieber die englischen Bücher im Original lesen.

 

Wie habt ihr den Sommer verbracht? Verfolgt ihr auch den deutschen oder österreichischen Buchpreis?

 

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