Monatsrückblick Juli 2017

Bücher:

1 mal Gedichte, 3 mal Literatur aus Österreich:

Mascha Dabić -Reibungsverluste*

Eine Dolmetscherin im Flüchtlingsbereich schildert ihre Arbeit und ihre Perspektive auf das Thema Flucht.

Hier findet ihr meine Rezension.

Robert Seethaler- Der Trafikant*

Es geht um einen naiven Teenager, der 1937, kurz vor der Machtergreifung Hitlers in Österreich, eine Lehre als Trafikant beginnt. (Erinnerung: der Anschluss von Österreich ans deutsche Reich fand im März 1938 statt). Die Stärke des Buches ist, dass der Autor mit dem 17-Jährigen Jungen vom Land, eine unvoreingenommene Identifikationsfigur erschafft, durch die wir die Veränderungen mitverfolgen können. Das Buch eignet sich besonders gut als Schullektüre und wird auch an manchen Schulen im Unterricht verwendet.

Paulus Hochgatterer -Wildwasser*

Ein Jugendlicher im Drogenrausch auf den Spuren seines, beim Kanufahren, tödlich verunglückten Vaters.

Über dieses Buch kann man sich sicher streiten. Tatsache ist, dass Herr Hochgatterer eine ganz außergewöhnliche Sprache hat. Man merkt dass der Autor einen medizinischen Hintergrund hat, denn er ist Arzt. Das kommt besonders deutlich heraus, wenn körperliche Beschwerden beschrieben werden, oder wenn der Autor erklärt, welche Tabletten man am besten für einen Drogen-Coktail zusammen mischt. Nunja. Außerdem ist das Buch voll mit Anspielungen auf religiöse Thematiken. Die Story an sich finde ich aber leider… etwas fad. Was das Buch trägt, ist die Sprache und die geschickt verwobenen Anspielungen. Man merkt halt genau, dass ein sehr erfahrener Erwachsener, über die Erfahrungen eines Jugendlichen schreibt. An sich ist daran ja nichts verkehrt, aber mir hat ein bisschen die Authentizität gefehlt. Die anspruchsvolle Sprache und das Geschehen, passen nicht ganz zusammen. Zentrale Themen sind Körperlichkeit und der Übergang von der Jugend zum Erwachsenen.  Ich habe den Roman extra mit Augenmerk auf den Übergangsritus gelesen, darum fand ich ihn sehr gut gemacht. Ich kann mir aber vorstellen, dass viele den Roman eher nicht mögen werden.

Die Flügel meines schweren Herzens: Lyrik arabischer Dichterinnen vom 5. Jahrhundert bis heute*

Lyrik von arabischen Dichterinnen quer durch die Zeitgeschichte. Ungeahnte Einblicke und starke Stimmen aus der arabischen Welt. Man könnte den Eindruck haben, dass arabische Frauen keine Bücher schreiben, vielleicht liegt es aber vielmehr daran, dass sie nicht übersetzt werden, wie dieser Band mit so vielen wundervollen Dichterinnen zeigt.

Frauen-Lese-Challenge

Zum Thema Literatur von Frauen aus dem nicht-westlichen Raum, haben mich noch zwei Rezensionen von Celina vom Blog: Books and a Cuppa Tea erreicht. Sie hat Badreya El-Beshr – Der Duft von Kaffee und Kardamom gelesen und führt uns darin nach Saudi Arabien. Im zweiten Buch  von Yoko Ogawa – Das Geheimnis der Eulerschen Formel geht es um Japan und die Mathematik. Beide Bücher hören sich meiner Meinung nach, sehr spannend und außergewöhnlich an.

Sonstiges Literarisches

Im Juli habe ich zwei Buchverfilmungen zur Beat-Generation gesehen. Ich bin derzeit absolut im Beat-Rausch und kann gar nicht genug bekommen. Meine Wunschliste von Büchern ist derzeit fast nur von den Beats inspiriert. Darum lag es natürlich nahe, dass ich die Verfilmung von On the Road – Unterwegs* sehen musste und dann habe ich gleich noch Kill Your Darlings* gesehen, was die Verfilmung des Buches „Und die Nilpferde kochten in ihren Becken*“ von Kerouac und William S. Burroughs ist.

Von der filmischen Umsetzung fand ich auf jeden Fall Kill Your Darlings sehr gut gelungen, On the Road weniger. Es hat einfach die Schnelligkeit gefehlt, die im Roman so präsent ist. Auch die Darstellung von Jack Kerouac, hat mir in Kill Your Darlings besser gefallen, und erschien mir authentischer.

Während On the Road sich hauptsächlich um Jack Kerouac und dessen ruhelosen Lebensstil Ende der 40er dreht, geht es bei Kill Your Darlings um die Anfänge der Beats-Schriftsteller-Gruppe. Um 1944 lernten sich deren Mitglieder im Umfeld der Columbia Universität kennen. Kill Your Darlings rückt besonders die Beziehung zwischen Allen Ginsberg (gespielt von Daniel Radcliffe) und Lucien Carr in den Mittelpunkt, an dessen Ende ein Mord steht.
Ich fand besonders die Stellen interessant, die das literarische Schaffen der Gruppe betrafen, die vor hatte, eine neue Ära der Literatur einzuläuten und diese vom Staub zu befreien. Letztendlich ist es ihnen auch gelungen diese Vision zu verwirklichen. Was den Film natürlich noch interessanter macht, ist, dass das Geschehen auf wahren Begebenheiten beruht.

Schreiben

Bei Instagram mache ich bei der Autorenwahnsinn Challenge im August mit und plaudere darum hin und wieder etwas aus dem (Näh-) Schreibkästchen meines Roman-Projektes. Dort habe ich auch schon verraten, um was es sich überhaupt handelt. Ich schreibe einen Urban-Fantasy-Roman. (aber ohne Vampire und ähnliche Geschöpfe) Auf jeden Fall wird es etwas düsterer und es wird viele Kampfszenen geben, die ich mit großer Begeisterung schreibe. Es ist eine klassische Gut gegen Böse Konstellation, allerdings findet sich meine weibliche Hauptprotagonistin auf der falschen Seite wieder. Inspiriert ist die Geschichte vom Hemingway Zitat: „Being against evil, doesn’t make you good.“

Ich schreibe auch gerade an einem Blogbeitrag, wo ich etwas über die Fortschritte beim Schreiben berichten werde. Überhaupt macht mir das Schreiben über das Schreiben extrem großen Spaß.

 

 

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2 thoughts on “Monatsrückblick Juli 2017

  1. Liebe Anja,

    vielen Dank für das Erwähnen und Verlinken!

    Buchverfilmungen schaue ich nur höchst selten, weil ich sie meist als sehr enttäuschend empfinde, wenn ich das Buch bereits kenne.
    Allerdings hören sich die von dir gelesenen Bücher alle sehr interessant an, daher habe ich mir diesen Beitrag direkt in die Leseliste eingetragen und werde mir die Bücher auf die Wunschliste setzen.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntagabend,
    Celina

    1. Liebe Celina, das geht mir bei Verfilmungen auch immer so. Darum war ich bei den beiden Filmen auch skeptisch. Ich habe mich trotzdem gefreut das Ganze auf der Leinwand zu sehen. Ich setze meine Erwartungen niedrig an. Natürlich ist das Besondere bei On the Road- das Buch. Der Film kommt da nicht heran. Und ich wüsste auch nicht, wie man dieses Buch gescheit verfilmen könnte. Umso mehr war ich aber bei Kill Your Darlings überrascht, da die filmische Umsetzung wesentlich besser und interessanter ist.
      Letztendlich ist für mich aber, das Besondere an Jack Kerouacs Bücher, seine Sprache. Darum sehe ich auch Buch und Film eher unabhängig voneinander.
      Was mir aber bei Kill Your Darlings gefallen hat, ist dass zumindest versucht wurde, auch einen Teil dieser Poesie einzufangen, die bei On The Road leider eher verloren geht.

      Liebe Grüße, Anja

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