Meine Liebe zum Buch #buchpassion

Meine Liebe zum Buch #Buchpassion

Dieser Beitrag gehört zur Aktion #Buchpassion:

Der Tag, als ich mich für die Bücher entschied

Gelesen habe ich eigentlich schon immer. Selbst als ich noch nicht lesen konnte, habe ich Bücher mit mir herum getragen und versucht mir Selbst das Lesen beizubringen, in dem ich die Geschichten nacherzählt habe, Buchstaben abgemalt habe, oder versuchte etwas zu den Bildern zu sagen. Meine Träume wurden schon früh zerstört von der bösen Kindergartentante, die mir sagte: „Was soll das denn? Du kannst doch gar nicht lesen!“. Diese Szene habe ich noch immer in Erinnerung, denn das war der Tag, wo ich mich für meine Liebe zum Buch entschied und gegen die hasserfüllte Welt der bösen Erwachsenen. Es war auch der Tag, wo ich begonnen habe, an meine Träume zu glauben (und vielleicht war dies auch die Ursache für spätere Konflikte mit dem Lehrpersonal).

Während andere Kinder in der Grundschule ihre Bilderbücher mitbrachten, brachte ich einen ganzen Roman. Von der Schullektüre war ich stark unterfordert. In der Schulzeit habe ich wahnsinnig viel gelesen, ich hatte eine Büchereikarte und borgte mir immer einen Haufen Bücher aus. So las ich mich einmal quer durch das Fantasy-Regal und zwar nicht nur zu Hause, sondern auch im Unterricht. Besonders die Fantasy-Bücher von Herrn Hohlbein hatten es mir angetan und sie konnten gar nicht genug Seiten haben. Später am Gymnasium wurde es dann mit der Schullektüre besser. Während alle stöhnten, freute ich mich wahnsinnig auf Schillers „Willhelm Tell“. Während andere Jugendliche mit 14 ihre Grenzen auf Partys austesteten, las ich auch gleich noch „die Räuber“. Die Liebe für die Literatur war nun endgültig entbrannt und neben dem Lesen widmete ich mich dem Schreiben. So kam es, dass sich noch ein ganz anderer Traum entwickelte, neben dem Lesen: Ich wollte Schreiben.

Diese Bücher beeinflussten mich als Kind:

Als Kind las ich die typischen Mädchen-Bücher, in denen es um Freundschaft oder Pferde ging, aber auch Detektivgeschichten begeistern mich, wie von TKKG oder den 3 Fragezeichen. Und da gab es noch andere Bücher, welche großen Einfluss auf mich hatten. Das erste war das Nesthäkchen, von Else Ury. Meine Mutter las es mir als Kind immer vor. Erst später entdeckte ich, dass sie besonders die Kapitel über den Krieg komplett ausgelassen hat und entdeckte mein Lieblingsbuch nochmal neu. Und gerade die späteren Bände, die das gesamte Leben vom Nesthäkchen* umfassen, sind nicht nur Kinderbücher, sondern bilden ein eindrucksvolles Portrait über das Leben einer Frau zum Anfang des 20.Jahrhunderts.

Und dann waren da noch Daniel Defoe: Robinson Crusoe* und Die Schatzinsel* von Robert Louis Stevenson. Wahrscheinlich legten diese beiden Bücher, die Grundsteine für meine Abenteuerlust. Ich fand sie bei meiner Großmutter und es waren die einzigen beiden Bücher, die für mich als Kind von Interesse waren. Es waren ganz alte Ausgaben, in Frakturschrift. Obwohl ich gerade einmal Lesen und Schreiben konnte, bettelte ich, dass meine Großeltern mir die Frakturschrift und auch die Sütterlinschrift beibrachten. Ich verbrachte dann also die Wochenenden bei meiner Oma mit dem Entziffern von Robinson Crusoe. Das hatte allerdings die Folge, dass ich dann schnell ziemlich gut darin war und auch die weiteren alten Bücher keine Hindernisse mehr darstellten.

                 

Diese Bücher beeinflussten mich als Jugendliche:

Eigentlich waren es gar nicht die vielen Fantasy-Bücher, die mich wirklich beeinflussten. Ich las sie eher zur Unterhaltung, so wie man sich Serien oder Filme ansieht. Wirklich beeinflusst haben mich eher die großen Klassiker, wie Schiller* und Goethe*. Ich träumte von großen Theatern und riesigen Bibliotheken, von alten Universitäten, von fernen Reisen und dem Schreiben unter freien Himmel. Ich bewunderte die alten Schriftsteller, wie sie heimatlos durch das Land zogen und soviel an Lebensfreude, Leidenschaft und Wissen mitbrachten. Durch glücklich gewählte Schulausflüge, wandelte ich fasziniert auf den Spuren von Goethe und Schiller in Weimar und auf den Spuren von Shakespeare* in England.

Mich faszinierte der Wissensdurst und der Freiheitsdrang der alten Meister der Literatur. Ein solches Leben erschien mir höchst erstrebenswert und doch ganz anders, als man sich Autoren in der heutigen Zeit vorstellt. Ich wollte das Wissen der Menschheit aufsaugen, Erfahrungen für das Leben machen und aus der Fülle der Schönheit, der Welt schöpfen. Es war bewundernswert, wie man mit Literatur Menschen begeistern konnte oder ihnen bestimmte Themen näher bringen konnte.

Mit Faust II im Gepäck, ging ich nach der Schule nach Wien, tauschte den Osten Deutschlands, gegen die Stadt der Kunst, Musik und Wissenschaft. Und dann vergaß ich einige Jahre das Lesen und das Schreiben. Ich war beschäftigt mit Unilektüre und dem Leben an sich. Der Arbeitsalltag grenzte mich ein. Als ich mal wieder gestresst vom immer gleichen Muster war, erinnerte ich mich wieder, an die Freiheit der Literatur und meine großen Pläne. Und rückblickend, habe ich schon Einiges verwirklicht, von was ich geträumt habe, ohne es zu merken.

              

Das Lesen und das Schreiben heute

Die Liebe zum Buch, ist heute bei mir reifer geworden. Ich habe beschlossen meine Lesezeit wertvoll zu nutzen und lese mittlerweile kaum noch Fantasyliteratur. Ich lese jetzt mehr Bücher, die ich als literarisch hochwertig oder interessant empfinde. Besonders liebe ich Bücher, über die Literatur selbst. Die Literatur ist für mich immer mehr zu einer Ausdrucksform geworden, als zu einer Unterhaltung. Der Traum, den ich als Jugendliche hatte, Schriftstellerin zu werden, habe ich vor Kurzem wiederentdeckt. Es mussten erst ein paar Jahre zwischendurch vergehen, damit mir das Leben zeigt, was es alles bereit hält. Ich verfolge aber immer noch die selben Ideen und Ziele, die sich schon als Jugendliche, aus der Lektüre der Klassiker herauskristallisierten.

Ich möchte Geschichten schreiben, die angelehnt an meinen Namen Wortlichter, wie Lichter sind. In der Literatur liegt eine unheimliche Macht und Möglichkeit. Nicht nur die Möglichkeit, seiner Seele Ausdruck zu verleihen, sondern auch anderen Menschen damit ein Licht zu sein, zu berühren und zu begeistern, Gedanken anzustoßen und tiefe Prozesse ins Rollen zu bringen.

Die Literatur hat etwas Magisches, sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben und ich möchte mich an dieser Magie anlehnen, meine Worte zu neuen Mustern verweben und diesen unstillbaren Drang nach Leben, Wissen und Reflexion, eine Form geben.

Und wie sieht eure Liebe zum Buch aus? Welche Bücher haben euch beeinflusst? 

*Transparenz: Die Bilder zu den Bücher enthalten Afiliate Links

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9 thoughts on “Meine Liebe zum Buch #buchpassion

  1. Liebe Anja,

    vielen Dank für diesen schönen Beitrag zu #buchpassion!
    Vielleicht ist es unfair, aber ich möchte dich schon mal neugierig machen: Nächste Woche veröffentliche ich einen Artikel zu Büchern über Bücher. So als kleines Bonbon für nach #buchpassion.

    Liebe Grüße,
    Janine

  2. Sehr treffend, Bücher mit Magie zu vergleichen. Ich glaube es ist bei Medea, da ihre Sprachkraft mit Magie gleichgesetzt wird. Und das wir so etwas Arbiträres wie die Schrift geschaffen haben und damit Geschichten festhalten, hat aus einem bestimmten Blickwinkel etwas Magisches an sich.

    Lg
    Eva

    1. Liebe Eva,

      Ja da hast du total Recht. Es ist absolut magisch, dass Lesen und Geschichten festhalten überhaupt funktioniert. Ganz abgesehen von der Kraft des Wortes. Nur durch eine Geschichte oder ein paar Wörtern, können wir Welten entdecken, die gar nicht existieren, neue Hoffnung schöpfen, Ideen finden, lernen oder unser Leben in eine ganz neue Richtung beeinflussen. Es ist einfach faszinierend.

      Liebe Grüße, Anja

  3. Liebe Anja,

    ein wirklich toller Beitrag, der mir sehr gefallen hat.

    „Nesthäkchen“ ist mir auch noch ein Begriff, ebenso natürlich die Klassiker „Robinson Crusoe“ und „Die Schatzinsel“.

    Deine Begeisterung für Shakespeare teile ich absolut. „Macbeth“ ist mein Lieblingsdrama. Ich bin für einige Zeit in England zur Schule gegangen, und dort lieben einfach alle „The Bard“.

    Ein wirklich gelungener Artikel!

    Viele Grüße

    Rosa

    1. Liebe Rosa,
      Schön dass du auch Shakespeare begeistert bist. Wir haben uns damals mit der Schule in England auf seine Spuren begeben und es war einfach fantastisch (Museum, Theater, Geburtshaus etc). Da du ja sogar längere Zeit in England warst, wirst du das noch viel intensiver erlebt haben 🙂
      Macbeth ist auch mein Lieblingsstück von ihm. Für Oktober steht Hamlet auf meiner Leseliste. Gelesen habe ich leider noch viel zu wenig, dafür kenne ich vieles auch aus Theater und Film.

      Liebe Grüße, Anja

  4. Meine ersten „Bücher“ waren Fix und Foxi 🙂 Da konnte ich noch nicht lesen und habe mir die Dialoge zusammenfantasiert. Eines meiner ewigen Lieblingsbücher ist „Die Wand“ von Marlen Haushofer. Kein anderes Buch hat mich jemals so zum Nachdenken gebracht.

    1. Fix und Foxi habe ich auch geliebt. Die gab es früher als solche monatlichen Hefte…die waren allerdings schwer aufzutreiben ich glaube die Produktion wurde bereits eingestellt als ich sie entdeckte. Ich konnte allerdings im Abverkauf im Buchladen immer mal wieder ein paar Hefte auftreiben was mich als Kind immer sehr freute wenn ich mal welche entdeckte. Von der Wand habe ich viel gehört aber ich habe es nicht gelesen.Gibt ja auch einen Film davon aber ich denke als Buch kommt das Ganze sicher viel besser zur Geltung. Zuviele tolle Bücher…zu wenig Zeit.
      Liebe Grüsse Anja

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