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Literarische Vorbilder: Sylvia Plath und Jack Kerouac

Literarische Vorbilder: Sylvia Plath und Jack Kerouac

In letzter Zeit habe ich nicht wirklich abwechslungsreich gelesen. Ich habe schon seit einigen Monaten, keine Neuerscheinungen oder Ähnliches gelesen. Stattdessen habe ich mich ausführlich der Lektüre von meinen beiden Lieblingsschriftstellern gewidmet: Jack Kerouac und Sylvia Plath. Außerdem schreibe ich Selbst viel.

Man könnte meinen, dass ich nichts anderes mehr lese und eine gewisse Obzession entwickelt habe. Aber doch, ich lese auch noch andere Sachen: zum Beispiel Ted Hughes, Sylvia Plaths Ehemann. Haha.

Man sieht also, dass meine Liebe zu der amerikanischen Literatur der 50er und 60er Jahre, speziell der Beat-Generation und Sylvia Plath ungebrochen ist. Das liegt daran, dass ich diese wundervolle Literatur selbst erst 2017 entdeckt habe und mich freue sie Stück für Stück zu entdecken. Zum Anderen weil ich es nie gedacht hatte, dass wieder ein Schriftsteller oder eine Schriftstellerin mich so sehr berühren und inspirieren könnte, wie diese Beiden. Ich hatte es überhaupt nicht für möglich gehalten, dass ich jemals einen Lieblingsschriftsteller haben werde. Früher habe ich selten mehr als ein Buch vom selben Autor gelesen. Ich fand es toll, besonders vielseitige Sichtweisen und Bücher kennenzulernen. Das bedeutete für mich auch so viele verschiedene Autoren wie möglich zu lesen. Doch bei Sylvia Plath und Jack Kerouac ist das anders. Sie lassen mich nicht los, weil sie Selbst so unheimlich vielseitig sind.

Zwei wundervolle komplexe und talentierte Schriftsteller

Wahrscheinlich bin ich Selbst vom Charakter her so eine Art Mischung aus Sylvia Plath und Jack Kerouac. Sylvia komplexer schwieriger Charakter, ihre Reflexion, ihr Nachsinnen und ihre Ehrlichkeit haben mich auf einer sehr persönlichen Ebene getroffen. Dabei habe ich immer gedacht, Sylvia Plath wäre nichts für mich, weil es vielleicht zu düster oder depressiv ist. Aber ganz im Gegenteil. Nie hat mich eine Lektüre so motiviert und so optimistisch in die Zukunft blicken lassen, wie Sylvia Plaths. Auch wenn sich das angesichts ihres frühen Ablebens vielleicht etwas seltsam anhört. Aber ich bin der Meinung, dass sie zu tiefst missverstanden wurde und daraus auch ihre Probleme mit sich Selbst resultierten. Denn Sylvias Charakter ist nicht nur schwarz und weiß, sondern so komplex und verwoben, dass es mir einfach Spaß macht, all ihre Seiten, Gedanken und ihre Kreativität zu entdecken. Die Art wie sie schreibt und beobachtet, ist einfach faszinierend. Und am Ende ist sie gefangen, im Frauenbild ihrer Zeit, in ihren eigenen komplexen Gedanken, in ihrer eigenen auferlegten Isolation und in ihrer Glasglocke aus Depressionen.

Und dann Herr Kerouac: der Meister der Freiheit. Gegensatzprogramm zu Sylvia Plath, ständig unterwegs, ständig unter Strom, doch nicht weniger rastlos in der Seele, als Sylvia. Ebenfalls eine Beobachtungsgabe und eine Ehrlichkeit, die seines Gleichen sucht. Er braucht nicht lange suchen, um Stoff für seine Bücher zu finden. Sein eigenes Leben bietet Vorlagen genug. Und doch geht es bei Kerouac nicht nur um das Unterwegs sein, sondern ich lese in seinen Büchern, eine tiefe Verbundenheit zum Leben und zur Welt.  Eine unbändige Lebenserfahrung und am Ende wahrscheinlich auch ein Lebensüberdruss. Seine besten Zeiten, waren seine Zeiten, wo er unbekannt und ruhelos durch das Land zog und einfach das tat was er am besten konnte: Schreiben. Der Ruhm später, tat ihm nicht gut. Er hatte eine wundervolle intelligente Seele, die leuchtete. Und er leuchtete so stark, dass alle in seinem Umfeld von seiner Energie mitgezogen wurden.

Von “On the Road” einmal quer durch die Beat Generation

Ich habe als Erstes “On the Road” gelesen, von Kerouac, es bot den Anstoß für alles Folgende und es war so wundervoll. Nicht nur wegen Kerouacs Wanderlust, was mich fazinierte war vielmehr all das zwischen den Zeilen. Sein Eifer, seine Energie und seine Hingabe an das Leben und das Schreiben. Die Suche nach Spiritualität und keine Angst vor neuen Lebenserfahrungen.

Er hatte eine Vision vom Leben und Schreiben, die er beständig verfolgte und die ihm am Ende erfolgreicher machte, als er es sich Selbst ausgemalt hat. Seinen Briefwechsel mit Ginsberg, finde ich besonders motivierend. Danach habe ich Gingsbergs “History of the Beat Generation” gelesen, in der er klarstellt, was man auch in den Büchern merkt, viele aber wohl gerne übersehen: Die Beats waren keine politische oder kulturelle Bewegung. Es ging auch nicht generell um das hemmungslose Unterwegssein. Es war eine künstlerisch spirituelle Ausdrucksform. Die spätere Politisierung und Verdrehung in eine Art Vorläufer der Hippie Bewegung machte besonders Kerouac zu schaffen.

Und auf der Leinwand

Außerdem habe ich mir natürlich die Verfilmung von On The Road angesehen und muss sagen, dass sie leider eher mittelmäßig gelungen ist. Sie war mir zu sehr als Road-Movie gestaltet und viele der Gedanken von Kerouac sind verloren gegangen. Dann habe ich mir noch den Film: Kill Your Darlings angeschaut, was die Verfilmung von den Buch “Und die Nilpferde kochten in ihren Becken” von Kerouac und Burroughs ist. Ich muss sagen, dass die Titelwahl des Filmes fast besser ist, als die des Orginal-Buches, aber das ist wohl Burroughs und Kerouacs Sinn für Selbstironie.

Besonders die schauspielerische Leistung von Daniel Radcliffe und Dane Dehaan, als Allen Ginsberg und Lucien Carr, ist beeindruckend. Das hatte ich nach der mittelmäßigen Leistung von On The Road, nicht erwartet. Auch die Poesie ist in diesem Film meiner Meinung nach besser eingebaut und durch Schnitt und Kameraführung entsteht eine sehr dichte Atmosphäre. Auch Kerouac ist in diesem Film meiner Meinung nach, besser getroffen, auch wenn er nur ein paar kurze Auftritte hat und es sich mehr um die Beziehung zwischen Ginsberg und Carr handelt. Den Film kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen und er zählt zu meinen Filmhighlights.

Die weibliche Perspektive

Aber irgendwie habe ich bei den Beats dann doch die weibliche Perspektive vermisst. Bei Sylvia Plath kann man sehr gut erkennen, wie das Frauenbild zu dieser Zeit aussah. Und um auch auf die Beats zurückzukommen, habe ich noch das Buch “Minor Characters” auf meiner Leseliste, was mir noch bevorsteht. Es wurde von Joyce Johnson geschrieben, die zwei Jahre lang mit Jack Kerouac zusammen war. Denn auch in den Beats, waren die Frauen sehr aktiv beim Schreiben, hatten aber meist keine Chance eine tragende Rolle einzunehmen und blieben im Schatten von Kerouac, Gingsberg, und Co. Minor Characters- Nebencharaktere.

Bei Sylvia Plath hat alles mit ihrem Roman “Die Glasglocke” angefangen, bei dem ich erst etwas skeptisch war, aber dann doch sehr überrascht über ihren Schreibstil und ihre Wirkung auf mich, die wie bereits erwähnt, bei mir überhaupt keine depressiven Gedanken auslöste. Anhand der anderen Rezensionen sieht man jedoch, dass die meisten anderen Menschen ihren Schreibstil meist als düster oder negativ wahrnehmen. Danach habe ich noch ihre Gedichtsammlung “Der Koloss” gelesen und bin gerade mitten in ihren Tagebüchern. Ich schleiche natürlich auch schon um den Gedichtband “Ariel” herum.

Ich bin mir nicht sicher, ob es zu all diesen Büchern Rezensionen auf Wortlichter geben wird. Denn meine Gedanken dazu sind sehr komplex und sehr mit meiner eigenen Persönlichkeit und meinen eigenen Gedanken verwoben. Vielleicht kommen ein paar Rezensionen mit der Zeit, alles zu rezensieren scheint mir ein bisschen zu aufwendig, weil ich mich so stark damit auseinandersetze, dass ich eine kurze Essenz kaum in Worte fassen kann.

Vorbilder für das eigene Schreiben

Allem in allem würde ich sagen, dass Jack Kerouac und Sylvia Plath schriftstellerisch gesehen meine persönlichen Vorbilder sind. Mit ihnen kann ich mich verbinden. In ihnen finde ich teilweise meine eigene Persönlichkeit wieder und besonders die Kombination von Beiden finde ich überaus faszinierend. Ich könnte Tagelang damit verbringen die Tagebücher von Sylvia Plath zu lesen, oder den Briefwechsel von Kerouac. Und das tue ich auch tatsächlich. Ich streiche mir alle wundervollen Gedanken und Sätze an. Später komme ich darauf zurück und lese es nochmal und denke selbst darüber weiter. Ich suche mir wundervolle poetische Sätze hinaus und bewundere, wie sichtbar die Poesie auch in ihrem alltäglichen Schreibstil war. Ich ziehe so viel Kraft und Motivation daraus, für mein eigenes Leben und Schreiben.

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