[Anzeige] Hörbuch-Rezension: Am Ende bleiben die Zedern- Pierre Jarawan

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Wie kommt man am besten aus einer Lese-Flaute heraus?

Zu m9783869523118üde? Zu gestresst? Einfach keine Lust zum Lesen? Für mich ist ein gutes Rezept, einfach ein Hörbuch anzuhören.

Und Hörbücher sind genial um alle Bücher kennenzulernen, auf die man neugierig ist, aber irgendwie dann doch nicht lesen will. Kennt ihr dieses Gefühl?

Dieses Gefühl hatte ich bei „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan. Denn derzeit beschäftige ich mich viel mit Literatur von Frauen und dann sind auch noch so viele andere Bücher auf meiner Leseliste: Klassiker, Neuerscheinungen…. dass dieses Buch ziemlich weit hinten steht. Und auf der anderen Seite, war ich aber total neugierig auf den Inhalt. Lesezeit und Neugier standen also leider im Widerspruch. Durch meine Leseflaute, habe ich also beschlossen, es mit Hörbüchern auszuprobieren und das funktionierte überraschend gut. Ich habe mir bei Audible ein paar Hörbücher herausgesucht, welche in Frage kommen. Geschichten aus der arabischen Welt höre ich besonders gerne als Hörbücher, da die Sprache oft sehr bildlich geschrieben ist und Geschichtenerzähler wie Rafik Schami, dort in einer langen Tradition stehen.

Eine angenehme Erzählstimme

Das wichtigste bei Hörbüchern ist für mich der Sprecher. Wenn man einen monotonen Sprecher hat, mit einer seltsamen Stimme, oder einfach eine Stimme, die nicht zur Story passt, dann war es das schon von Anfang an.

Die Stimme von Timo Weisschnur passt hier sehr gut zum Buch, auch vom Klang. Er hat eine sehr schöne Betonung und einen wundervollen Sprachrhythmus. Die Geschichte erscheint also wirklich erzählt und nicht langweilig abgelesen, wie das leider oft der Fall ist. Außerdem geht der Sprecher richtig in seiner Rolle auf und man merkt ihm auch die Begeisterung, die er in seine Arbeit steckt, an. Das gibt dem Hörbuch einen sehr angenehmen Stil. Das liegt aber auch an der Schreibstimme von Pierre Jarawan, welcher sehr atmosphärisch und tragend schreibt.

Einen Abzug gibt es jedoch für die arabischen Worte und Passagen, denn man merkt offensichtlich, dass der Sprecher sich ziemlich schwer damit tut, aber sich dafür sehr anstrengt. Trotzdem muss ich dann unweigerlich an das Hörspiel von Abbas Khider „Ohrfeige“ denken, wo man tatsächlich einen Sprecher eingesetzt hat, der perfekt die arabische Sprache beherrscht und dieser Umstand einfach so viel zur Atmosphäre beisteuert. Da hier auch zwei Sprecher zu Wort kommen, hätte ich mir gewünscht, dass zumindest die arabischen Passagen von jemanden gelesen werden, der auch weiß was er da liest.

Geschichten aus dem Land der Zedern

In dieser Geschichte geht es um Samir, dessen Eltern aus dem Libanon geflüchtet sind. Als er 8 Jahre alt ist, verschwindet plötzlich sein Vater, den er als liebenden Familienvater kennengelernt hat, spurlos. Was bleibt, ist die Leere in Samir und die Erinnerungen an die Geschichten vom Vater und seiner Liebe zum Libanon. Er wächst auf mit der ständigen Sehnsucht nach seinem geliebten Vater und tut sich schwer Bindungen und Kontakte einzugehen. Zwanzig Jahre später, will Samir das Verschwinden seines Vaters aufklären und reist das erste Mal in seinem Leben in den Libanon.

In diesem Roman ist viel miteinander verwoben. Wir erfahren viel über die Geschichte des Libanons, aber auch über die Kultur und das Land an sich. Dies ist sehr schön und subtil in den Roman eingebaut und man hat nicht das Gefühl, an historischen Fakten erschlagen zu werden, sondern sie fügen sich schön passend zur Veranschaulichung der Familiengeschichte ein, so wie vielleicht wirklich ein Mensch mit diesem Hintergrund darüber erzählen würde.

Es ist ein Roman, über den Libanon, über eine Familiengeschichte und auch über das Leben von Geflüchteten und der zweiten Generation in Deutschland. Eine Spurensuche, nicht nur nach dem Vater, sondern auch nach den eigenen Wurzeln.

Besonders gefallen haben mir die sprachlichen Bilder in der Geschichte. Allein der Titel, Am Ende bleiben die Zedern, ist so schön passend und poetisch gewählt. Nach diesem Vorbild folgt auch der Rest der Story, was das Ganze als Hörbuch sehr geeignet macht. Besonders schön finde ich auch, dass die Geschichten vom Vater und später auch sein Tagebuch mit hinein fließt. Das Buch hat so viele verschiedene Ebenen und Pierre Jarawan schafft es, diese gekonnt miteinander zu verweben.

Zusammenfassung

Titel: Am Ende bleiben die Zedern

Genre: Hörbuch

Autor: Pierre Jarawan

erstmals Erschienen: März 2016

Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH

Hörzeit: 9 Stunden 46 Minuten

Fazit: Bildgewaltige Spurensuche im Libanon

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