[Rezension] Autolyse Wien- Karin Peschka

Was bleibt wenn die Welt, die wir kennen untergeht oder sich aus den Angeln hebt? Autolyse Wien geht der Frage nach, wie es wohl wäre, wenn eine riesige Katastrophe eine ganze Stadt in Schutt und Asche legt. Dabei ist es für das Buch vollkommen nebensächlich, was genau diesen Untergang verursacht hat. Viel mehr geht es darum, was die einzelnen Überleben nun tun und wie sie sich mit diesen Ereignissen arrangieren. In vielen kurzen Fragmenten, die oft nur einige Seiten lang sind, werden die verschiedensten Menschen vorgestellt und man lernt, wie sie mit der Katastrophe umgehen. Autolyse- Selbstauflösung Das Wort Autolyse scheint erst einmal ungewöhnlich für Weiterlesen

[Rezension] Die Flügel meines schweren Herzens: Lyrik arabischer Dichterinnen vom 5. Jahrhundert bis heute

  Die Flügel meines schweren Herzens* vom Herausgeber Khalid Al Maaly stand schon lange unter meiner Beobachtung. Ich hatte bereits die Erstauflage von 2008 entdeckt, die jedoch bereits vergriffen ist. Ich habe mich riesig gefreut, als ich gesehen habe, dass der Verlag Manesse das Buch neu auflegt. Und was für eine tolle Auflage es geworden ist! Das Buch hat mich optisch umgehauen. Nicht nur dass mich das goldene Mosaik-Muster auf dem Umschlag begeistert, das Buch hat auch einen blauen Seideneinband und im inneren des Buches findet sich sowohl der arabische Text, als auch die deutsche Übersetzung. Ich glaube dass sich das Buch auch ganz wunderbar zum Weiterlesen

[Rezension] Reibungsverluste- Mascha Dabić

Die Flüchtlingskrise aus der Sicht einer Dolmetscherin Viele Bücher erscheinen derzeit, die das Thema Flucht behandeln. Mascha Dabićs neuer Roman “Reibungsverluste*” behandelt das Thema aus einer kaum behandelten Perspektive: die Sicht der Dolmetscherin. Es geht nicht primär um die Erfahrungen der Flüchtlinge sondern darum, wie jemand aus unserer Gesellschaft,  diese Begegnungen erlebt. Als Dolmetscherin ist die Protagonistin Sprachrohr für diese Menschen, ohne Selbst jedoch am Geschehen beteiligt zu sein. Sie vermittelt das Gesagte zwischen zwei Parteien und versucht dabei möglichst wenig Verluste zwischen der Bedeutung der Sprache zu erzeugen. Sie Selbst hat auch kaum Möglichkeit einen eigenen Kontakt herzustellen. Es sind die Anderen, die durch Weiterlesen

[Rezension] Wie Dramen entstehen- John von Düffel, Klaus Siblewski

Kennt ihr das Phänomen, dass ihr einem Thema immer und überall wiederbegegnet? Und es geradezu danach schreit, dass man sich damit beschäftigen soll? Mir ging es so mit dem Thema Theater, dass plötzlich überall aufgetaucht ist. Es fing damit an, dass ich viele dramatische Werke gelesen habe, aber auch sonst bin ich dem Thema überall begegnet. Ich fand also Interesse daran mich näher mit dem Thema zu beschäftigen und war mir sicher: das ist ein Thema was vielleicht nicht unbedingt nahe liegt, aber von dem ich viel lernen kann, besonders bezüglich des Schreibens. Ich wollte also wissen, wie Theaterstücke entstehen und wie man dramatische Texte Weiterlesen

[Rezension] Die Frauen von Algier – Assia Djebar

Für meine Frauen-Lese-Challenge habe ich mir dieses Mal ein Buch herausgesucht, was mit einem Nicht-Westlichen Hintergrund geschrieben wurde. Assia Djebar hat „Die Frauen von Algier: Erzählungen*“ bereits 1980 geschrieben und stützt sich auf das Algerien der späten 50er bis 70er Jahre. Das Buch beruht auf ihren eigenen Beobachtungen und Erfahrungen. Einen Roman über algerische Frauen zu lesen, war für mich sehr interessant. Es ist auch das einzige Buch einer algerischen Autorin, welches mir einfällt- zumindest auf Deutsch. Wer jetzt aber nette orientalische Geschichten erwartet, den muss ich leider enttäuschen, denn dieses Buch ist ziemlich heftig in seiner Intensität. Hintergrund: Algerien wurde im letzten Jahrhundert durch mehrere schwere Kriege Weiterlesen

[Rezension] Geschichten aus dem Wiener Wald- Ödön von Horváth

Kennt ihr die Geschichten aus dem Wiener Wald?* Als derzeitige Wahl-Wienerin bin ich an dem Klassiker von Ödön von Horváth einfach nicht vorbeigekommen. Ich habe ihn gelesen, ohne vorher etwas vom Inhalt zu wissen und war wirklich positiv überrascht. Wer jetzt aber bei Wiener Wald an Walzer und klassische Musik denkt, der hat auch nicht Unrecht, denn tatsächlich gibt es einen Walzer von Johann Strauß mit dem Namen „Geschichten aus dem Wiener Wald“. Dieser Zusammenhang ist kein Zufall, sondern vom Autor beabsichtigt. Ich habe euch das Musikstück mit Soundcloud verlinkt. Hier könnt ihr also gleich hineinhören und habt für die weiteren Ausführungen, eine musikalische Untermalung. Weiterlesen

[Rezension] Rasha Khayat- Weil wir längst wo anders sind

Von Hamburg nach Jeddah auf der Suche nach der verlorenen Schwester Basil macht sich auf den Weg nach Jeddah in Saudi Arabien, weil seine Schwester bald heiraten wird. Was sich erst anhört nach einer typischen arabischen Familiengeschichte, geht jedoch viel tiefer. Denn Layla und Basil sind in Deutschland aufgewachsen. Als Kinder, kaum dass sie in die Schule gingen, kamen Sie mit dem arabischen Vater, welcher Arzt war und der deutschen Mutter, die Krankenschwester war, nach Deutschland. Hier werden sie komplett Deutsch erzogen, so sehr dass Basil nicht einmal mehr Arabisch spricht und sich nur an Wortfetzen erinnert. Sie wachsen absolut liberal auf, fahren nicht einmal Weiterlesen

Neuzugänge im September

Schön einheitlich in dunklem Blau, kommen meine Neuzugänge im September daher. Ich hatte einige Bücher als Rezensionsexemplare angefragt und war ehrlich erstaunt, als ich dann tatsächlich fast alle bekommen habe. Da ich noch einen relativ jungen Blog habe, habe ich damit gar nicht gerechnet. Das motiviert mich natürlich total und ich versuche auch derzeit meine Rezensionen an sich, zu verbessern. Mein Ziel ist es natürlich meinen Lesern einen Mehrwert zu bieten und darum strebe ich auch einen journalistischen Anspruch an. Das bedeutet, dass ich nicht einfach nur schreiben möchte, wie schön oder toll ein Buch war, sondern tatsächlich das Buch besprechen und interessante Aspekte herausarbeiten möchte. Weiterlesen

[Rezension] Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

Ein Leben ohne Goethe? An Goethe kommt niemand vorbei. Wir begegnen ihm als Pflichtlektüre an der Schule oder an der Uni. Im Rahmen von Zitaten, Essays oder sonstigen Unterhaltungen begegnet man ihm immer wieder. Oft ist er, als der größte Dichter Deutschlands, berühmt und gefürchtet. Er strahlt für die meisten Bürger eine ungeheure Ehrfurcht und Unnahbarkeit aus. Stefan Bollmann nimmt uns mit in die Zeit von Goethe und zeigt den Dichter von einer ganz privaten Seite. Zu Unrecht ist dieses Buch teilweise unter der Kategorie Ratgeber eingeordnet. Vielmehr handelt es sich um eine Biographie, die sich anstatt mit Jahreszahlen, mit der Gedankenwelt, den Lebensabschnitten und Weiterlesen

[Rezension] Heinreich Heine- Die Harzreise

Eine bittere aber humorvolle Satire über den Harz Heinrich Heine nimmt uns mit auf seine Harzreise* und hält dabei kein Blatt vor den Mund. Wir starten in Göttingen und folgen dann Heine über den Brocken bis nach Weimar. Dabei begegnen wir nicht nur allerlei Menschen und Ortschaften, sondern bekommen auch einen Einblick, was Heine von Ihnen hält. Sein Blick ist detailreich, kritisch und ironisch. Er nimmt alle Städte und Dörfer aufs Korn, hat aber viel für die Natur übrig. Mit romantischen Blick und scharfer Schreibfeder, erleben wir die Harzreise als Reisebericht der besonderen Sorte. Leicht und locker baut Heine auch immer wieder Gedichte in den fließenden Text Weiterlesen

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